Sie hat es geschafft, die Devotionalien des Stars in ihr Haus zu holen. Die alleinstehende Sächsin umgibt sich mit ihnen und träumt sich so täglich in die gute alte Rex-Gildo-Zeit hinein.

Wenn Margot Franke ihr Haus betritt, schaut sie sofort Rex Gildo hundertfach in die Augen. Denn bereits der große hohe Flur ist bis unter die Decke mit Original-Fotos, Zeichnungen und Gemälden vom Star dekoriert. Der etwas andere Wandschmuck zieht sich bis ins riesige Wohnzimmer hinein, das einem Museum gleicht.

In einer Art Schrein liegen Rex Gildos berühmteste Bühnengarderoben: die legendäre Hossa-Weste und die perlenbestickte Jeans-Jacke. Daneben stehen Auszeichnungen des Sängers, wie die Goldene Stimmgabel oder die Goldene Europa. Jeden Abend macht es sich die selbstständige Fahrradhändlerin hier gemütlich. Sie hört Schallplatten, liest in Konzertprogrammen, koordiniert Fans in ganz Deutschland, telefoniert mit Rex Gildos Frau Marion. Die beiden Frauen kennen sich seit der Wende. Da war die gebürtige Chemnitzerin schon rund 25 Jahre Fan, wenn auch mit Einschränkungen, die die Mauer mit sich brachte. “Mitte der 1960er-Jahre sah ich Rex das erste Mal bei einem Konzert in Chemnitz und war sofort von ihm hin und weg„, gibt Margot Franke frank und frei zu. Der erste Eindruck war so stark, dass sie sich schwor: So einen Mann als Ehemann oder sonst keinen.

Und weil Rex Gildo einmalig war, blieb Margot Franke eben ihr Leben lang allein. Nicht ganz: Mutter Irmgard (heute 83) war meist mit von der (Schlager-)Party, die die beiden Frauen deutschlandweit besuchten. Der Höhepunkt der Fankarriere: 1996 baute Margot Franke ihrem Rex ein Hossa-Mobil. “Das war ein 28er silberfarbenes Fahrrad, das er sich höchstpersönlich bei uns abholte„, erinnert sie sich freudestrahlend. Ein Jahr später trat er sogar bei ihrem Firmenjubiläum auf. Die Fan-Freundschaft war so eng, dass er sie nur noch “Meine Margot„ nannte und das Küsschen zur Begrüßung zum Pflichtprogramm gehörte. “Wie oft haben wir nach den Konzerten zusammen gesessen und uns über Gott und die Schlagerwelt unterhalten„, sinniert Margot Franke.

Die brach für sie zusammen, als sie am 23. Oktober 1999 vom Fenstersturz des Sängers und drei Tage später von seinem tragischen Tod hörte. Der einzige Trost: Rex Gildos Ehefrau vermachte ihr als größten Fan seine Erinnerungsstücke und zirka 800 Fotos. Sofort begannen Margot und Irmchen, mit ihnen das Haus zu schmücken. Nun leben sie umgeben von Rex Gildo, der ihre große Liebe war und ist.