Zwickauer gedenken Opfern des schwersten Grubenunglücks der DDR
Vor 50 Jahren starben 123 Bergleute bei einer Explosion im Steinkohlewerk „Karl Marx“ / Die Ursachen der Katastrophe sind weiter ungeklärt
Mit einem ökumenischen Gottesdienst haben die Zwickauer am Montag des schweren Grubenunglücks vom 22. Februar 1960 gedacht.
Ein Rettungstrupp aus dem VEB Bleierzgruben „Albert Funk“ in Freiberg kurz vor dem Einsatz in der Unglücksgrube in Zwickau am 24. Februar 1960. Foto: dpa Foto: dpa
Zum Zeitpunkt der Detonation läuteten um 8.20 Uhr alle Kirchenglocken in Zwickau und Umgebung. Es wurde eine neue Bronzetafel aufgestellt, auf der alle 123 Opfer mit Name, Vorname, bergmännischer Berufsbezeichnung und Wohnort verzeichnet sind. Die Tafel soll ihren Platz vorerst im stadtgeschichtlichen Museum Priesterhäuser finden, „denn es war ein stadtgeschichtliches Ereignis“, wie Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) findet. Sie werde sich jedoch dafür einsetzen, einen öffentlichen Standort in der Stadt zu finden.
Für Findeiß ist jetzt, 50 Jahre nach der Katastrophe, die Aufarbeitung abgeschlossen. Die Stadt hatte eine Arbeitsgruppe von Zwickauer Fachleuten berufen, die von 2004 bis 2006 alle zugänglichen Materialien in Archiven von Bund und Freistaat studiert und mit Zeitzeugen gesprochen hat. Anschließend seien die Ergebnisse noch von Bergbau-Experten aus ganz Deutschland begutachtet worden. Diese hätten der Arbeitsgruppe eine gründliche Arbeit bescheinigt.
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