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Sachsen

Tibetisches Dorf für asiatische Rassen

Görlitz. Die vier Wochen alten Maskenschweinferkel kuscheln sich unter der Wärmelampe an ihre Mutter „Kando“. Die asiatische Rasse im Görlitzer Naturschutz-Tierpark freut sich wie viele andere Arten über den Nachwuchs.

13.02.2007
Goerlitzer Zoo feiert 50-jaehriges Bestehen
Vier der insgesamt sieben kleinen Maskenschweinferkel hält ein Tierpfleger des Görlitzer Tierparks auf dem Arm. Die asiatische Rasse bekommt auch eine Unterkunft im tibetischen Dorf.
Foto: ddp
Auch „Martha“, das robuste Deutsche Sattelschwein, hat mit ihren zwölf Neuankömmlingen zu tun. „Diese Glücksbringer bescheren uns doch einen guten Start in unser Jubiläumsjahr“, sagt der Görlitzer Tierparkdirektor Axel Gebauer. Das Freigehege feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag.
Diesen Anlass nutzen die Mitarbeiter für besondere Aktivitäten im so genannten Tierparkjahr 2007. Der Zoo plant laut Gebauer zwischen zehn und 15 Veranstaltungen. Die offizielle Geburtstagsfeier ist am 18. August. An diesem Tag werde das neu errichtete Kamelhaus innerhalb des tibetischen Dorfes eröffnet. Vor zwei Jahren, am 4. Dezember 2004, fiel der Startschuss für dieses Projekt.
„Wir haben lange nach einem Alleinstellungsmerkmal für unseren Tierpark gesucht. Neben unserem europäischen Schwerpunkt entschieden wir uns für Zentralasien“, sagt der Tierpark-Chef. Anziehungspunkt sei schon immer der deutsche Bauernhof mit Pommerschen Landschaf, Edelziege, schwarzbuntem Milchrind, Hausschwein und Kaninchen gewesen.
Als Pendant entstehe nun ein nachgebautes tibetisches Dorf. Hausyak, Kaschmirziege, Kamel, Luchs und der Rote Panda sind unter anderem tierische Vertreter dieser Region. Das Yakhaus steht bereits. Zudem soll ein Heu- und Strohlager entstehen. Bis zum Jahr 2010 soll der gesamte Komplex fertiggestellt werden.
Doch Tierparkdirektor Axel Gebauer kümmert sich nicht nur um das Baugeschehen auf dem fünf Hektar großen Gelände mitten in Görlitz. Bekannt ist das Freigehege in der Oberlausitz für die Wildtierauffangstation. „Wir pflegen auch verletzte oder geschwächte Lebewesen bei uns wieder gesund“, sagt der promovierte Biologe. Zwischen 100 bis 400 Tiere – vom Fischotter bis zum Seeadler – landen pro Jahr bei den Görlitzer Pflegern. Manche davon bleiben für immer, die meisten werden jedoch wieder ausgewildert.
Stolz macht Axel Gebauer auch die Görlitzer Fischotterzucht. Ein sächsischer Nachkömmling, das Weibchen „Gerda“, sorgt beispielsweise in einem Wiederansiedlungsprojekt in den Niederlanden, wo die Tiere bereits ausgestorben waren, für Nachwuchs. Auch die Elche für das Projekt auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Dauban im Niederschlesischen Oberlausitzkreis stammen aus dem Görlitzer Park.
135 Tierarten – von der Honigbiene bis zum Weißschwanzstachelschwein – beherbergt der Görlitzer Naturschutz-Tierpark. Besonders stolz ist Tierparkdirektor Axel Gebauer auf das Kompliment einer Touristin aus Amerika. Sie habe ins Gästebuch des Parks geschrieben: «Little, but sweet» (Klein, aber süß) – und so solle der Tierpark auch in den kommenden Jahren bleiben, findet Gebauer.
 (ddp/kk)
ddp
 
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