Sachsens NPD verliert Mitglieder
Sachsen Die rund 3000 Rechtsextremisten in Sachsen meiden zunehmend feste Strukturen und organisieren sich vermehrt in lockeren Verbünden. Das geht aus dem Verfassungsschutzbericht hervor, den Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) jetzt in Dresden vorstellte.
08.05.2008
Zugleich nahm die Zahl der linksextremistischen Autonomen um 90 auf 640 zu, vor allem in Leipzig und dessen Umland.
Zwar hat die NPD in ihrer Hochburg Sachsen im vergangenen Jahr rund 150 Anhänger verloren und zählt nun noch 850 Mitglieder. Auch ging die Zahl der Rechtsextremisten insgesamt von etwa 3180 auf rund 3000 zurück (die RUNDSCHAU berichtete). Entwarnung kann dennoch nicht gegeben werden: Die „Freien Kräfte“ erleben zeitgleich einen massiven Zulauf. Ihre Anhängerschaft verdoppelte sich voriges Jahr auf mehr als 500. Zugleich wuchs die politisch motivierte Kriminalität an: Allein die Anzahl rechtsextremistischer Gewaltdelikte stieg um 17 Prozent auf 90 Fälle an.
Verfassungsschutzpräsident Reinhard Boos sagte, die Freien Kräfte seien „Rechtsextremisten ohne Wenn und Aber“. Sie seien gewaltbereite, Neonazis, hätten einen großen Aktionsradius über die Landesgrenzen hinaus und brächten kurzfristig bis zu 350 Leute auf die Straße – vor allem für provokante Aktionen.
Sven Heitkamp
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