Sachsens Lehrermangel wird zum Dauerthema im Landtag
CDU-Landtagsfraktion übt Kritik am eigenen Bildungspaket
Dresden In die Diskussion über den wachsenden Lehrermangel in Sachsen kommt wieder Bewegung. Das erst kürzlich von den Koalitionsspitzen geschnürte Bildungspaket gegen den Lehrermangel muss nach Ansicht der CDU-Fraktion nachgebessert werden.
Die Koalitionsspitzen, Finanzminister Georg Unland und Kultusminister Roland Wöller (beide CDU) hatten sich nach monatelangem Ringen im Dezember auf das Bildungsprogramm geeinigt. Zentrale Elemente sind die Aufstockung der Studienplätze für das Lehramt sowie mehr Referendarstellen. Im Ergebnis soll es bis 2015 insgesamt 2200 Neueinstellungen geben. Die Kosten belaufen sich auf etwa 200 Millionen Euro. Woher das Geld kommt, soll in den Verhandlungen für die nächsten Haushalte geklärt werden.
Als erste Maßnahme soll es künftig nicht mehr nur 1000, sondern 1700 Plätze für Studienanfänger im Lehramt geben. Auch die Qualität der Lehrerausbildung soll verbessert werden, in dem eine Lehrerexzellenzinitiative ins Leben gerufen wird. Die CDU dringt nun insbesondere für den geplanten „Einstellungskorridor sowie der notwendigen Qualifizierungs- und Ausbildungsoffensive“ auf Änderungen, wie es in dem Fraktionsbeschluss heißt. Das Paket könne allenfalls als Grundlage für weitere Diskussionen dienen, sagte der CDU-Bildungsexperte Thomas Colditz, der als schärfster innerparteilicher Kritiker des Programms gilt.
Kultusminister Wöller verteidigte das Programm zwar, sprach aber auch einschränkend von einem „Handlungsrahmen“. Sachsens ehemalige Wissenschaftsministerin und SPD-Bildungsexpertin Eva-Maria Stange kritisierte das Bildungspaket als „plumpes mediales Täuschungsmanöver“. Nichts sei beschlossen und woher das Geld kommen soll, sei unklar.
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Erstellt am: 27. Januar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 01. Februar 2012, 14:38 Uhr
Autor: dapd/sm

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