Die Hauptursache für den Bevölkerungsrückgang ist das Geburtendefizit gegenüber den Gestorbenen. So gab es 2003 rund 18 600 Todesfälle mehr als Geburten. 32 079 Babys kamen auf die Welt. Von Januar bis August dieses Jahres waren es 21 656, davon 3056 in Dresden und 2640 in Leipzig. Das Wanderungsminus lag dagegen nur bei 9000 Personen.
Kinder und Jugendliche machen allerdings einen immer größeren Teil unter der wachsenden Zahl von Sozialhilfeempfängern aus. 38 Prozent der 133 700 Bezieher von Hilfe zum Lebensunterhalt waren unter 18 Jahren. Gegenüber dem Jahr 2002 ist die Zahl der Sozialhilfeempfänger um 5,4 Prozent (6850 Personen) gestiegen. 3,1 Prozent aller Sachsen bezogen damit Leistungen vom Sozialamt. Bundesweit waren es 3,4 Prozent.
Mit Ausgaben von 158 Euro pro Einwohner war Sachsen 2003 dennoch Schlusslicht in der bundesweiten Tabelle. Grund dafür ist der neben Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern bundesweit niedrigste Sozialhilfesatz von 282 Euro. Landesweit wurden rund 685 Millionen Euro an Sozialhilfeleistungen ausgezahlt.
Der Freistaat in Zahlen
Die Zahl der Schulanfänger steigt weiter an: Zum neuen Schuljahr gab es 30 800 Schulanfänger, damit besuchen 6,5 Prozent mehr Kinder die Grundschulen in Sachsen. Insgesamt ging die Schülerzahl jedoch um sechs Prozent zurück. 363 000 Kinder und Jugendliche drücken noch die Schulbank. 1992 waren es 618 000. Inzwischen kommt auf 10,8 Schüler ein Lehrer, von zwölf Jahren waren es 15 Schüler.
Im gleichen Zeitraum ging indes die Zahl der Schulen um 646 auf 1653 zurück. 89 der 519 Gemeinden haben bereits keine Mittelschule mehr.
9,4 Prozent der Schüler machten im vorigen Schuljahr keinen Abschluss.
1,9 Millionen Menschen waren durchschnittlich 2003 in Sachsen erwerbstätig: der niedrigste Stand seit 1993. 403 000 Menschen waren durchschnittlich arbeitslos gemeldet.
Im Baugewerbe gab es erstmals seit 1996 wieder ein Plus von 1098 Baugenehmigungen gegenüber 2002. Insgesamt waren es 12 130 Baugenehmigungen, darunter 9900 im Wohnungsbau.
Mehr als die Hälfte (52 Prozent) aller Haushalte besaßen 2003 einen Personalcomputer, in jedem dritten Haushalt gab es einen Internetanschluss. Handys gab es in fast 70 Prozent der Haushalte, 1998 waren es erst zehn Prozent.
1,9 Millionen Haushalte verfügten über ein Geldvermögen von insgesamt 51,8 Milliarden Euro. Damit hatten 93 Prozent der Haushalte ein durchschnittliches Vermögen von 26 600 Euro auf Sparbüchern, in Lebensversicherungen, Renten, Aktien und anderen Geldanlagen gespart.
353 000 Straftaten wurden voriges Jahr begangen. 70 000 Personen standen wegen eines Verbrechens vor Gericht, fast 56 000 wurden verurteilt. In den Gefängnissen saßen Ende 2003 rund 4130 Menschen ein.
Von Sven Heitkamp
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