19. Oktober 2009, 00:00 Uhr
Polizei löst Neonazi-Kundgebung in Leipzig auf – acht Beamte verletzt
Auch Gewalttaten der linksautonomen Szene
Leipzig
Ein Aufmarsch von rund 1350 Neonazis hat am Samstag in Leipzig zu teils massiven Ausschreitungen geführt. Die Polizei erklärte die angemeldete Demonstration noch vor Beginn für beendet, als die Rechtsextremisten Beamte mit Steinen, Flaschen, Stangen und Feuerwerkskörpern angriffen.
Die Polizei setzte Wasserwerfer ein und nahm anschließend die Personalien aller Teilnehmer auf. Ihnen drohen nun Strafverfahren wegen Landfriedensbruch.
Randale gab es auch von der linksautonomen Szene. Rund 200 von ihnen hatten laut Polizei schon in der Nacht zum Samstag im Leipziger Stadtteil Connewitz Barrikaden errichtet und Müllcontainer sowie Autos angezündet. Polizeisprecher Daniel Kapferer sprach am Sonntag von acht verletzten Beamten und zahlreichen Sachschäden. In Gewahrsam genommen wurden 114 Extremisten beider Lager.
Parallel dazu beteiligten sich indes bis zu 3000 Menschen an friedlichen Gegenveranstaltungen entlang der geplanten Neonazi-Aufmarsch-Strecke. Zu den Teilnehmern zählte auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Er sprach anschließend von einem „starken Zeichen gegen Rechts“. Es sei deutlich sichtbar geworden, dass Leipzig „kein Platz für fremdenfeindliche Brunnenvergifter“ sei.
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