Gleich hinter ihrem Haus betreibt sie erfolgreich einen Kiwi-Anbau, der ihr jedes Jahr Tausende Vitaminbomben beschert.
Die Apotheke ist ihr Garten. Sie schwört auf die (Heil-)Kraft von Pfefferminze, Salbei, Heidelbeeren oder Physalis. Dabei vertraut sie ihrem gesunden Gärtnerverstand. Der bringt ihr jedes Jahr reiche Ernte. Vor allem bei den Kiwis. Sie wachsen am Südhang ihrer Villa wie wilder Wein, bildeten über Jahre eine wunderschöne dicht bewachsene Pergola. Unter ihr sitzt Edith Aurich gern und schaut hinunter ins Ernstthal. Dabei erinnert sie daran, wie sie dort Mitte der achtziger Jahre zwei weibliche und eine männliche Kiwipflanze in die Erde brachte. „Ehrlich gesagt wussten wir doch damals gar nicht, was Kiwis sind“, meint sie lachend. „Aber ich wurde neugierig, als in einer Zeitungsanzeige Pflanzen angeboten wurden“, denkt sie zurück. Für einen Appel und ein Ei holte sie sich die Stecklinge, die der Verkäufer heimlich von einem Westbesuch auf der Grünen Woche mitbrachte. „In de n ersten Jahren passierte nicht viel. Zwar wuchsen die geheimnisvollen Pflanzen gut an, doch auf Früchte wartete ich vergebens.“
Die gelernte Blumenbinderin hatte einen langen Atem, der sich nach rund zehn Jahren auszahlte. Die erste Ernte: ein paar Dutzend Kiwis. Inzwischen aber herrscht bei Edith Aurich jedes Jahr regelrechter Fruchtalarm. „Die letzte Ernte brachte über 3000 Stück ein“, vermeldet sie stolz. Von Oktober bis März isst sie täglich mehrere ihrer Früchtchen in Bio-Qualität. „Denn künstlicher Dünger oder Pflanzenschutzmittel haben in meinen Garten nichts zu suchen,“ ist die gesunde Einstellung von Oma Edith. Dafür erhalten ihre Kiwipflanzen regelmäßig ein paar Streicheleinheiten und nette Worte. „Na, und der Klimawandel bekommt meinen Früchtchen wohl auch bestens“, bemerkt sie grinsend.
Während die Hälfte der reichen Ernte bei rund fünf Grad Celsius eingelagert wird, verarbeitet sie den Rest zu wohlschmeckenden Köstlichkeiten. Ihre selbst kreierten und mit Kirschen und Bananen verfeinerten Kiwimarmeladen sind im Verwandten- und Bekanntenkreis ebenso heiß begehrt, wie ihr Kiwilikör oder die Rumkiwis. Diese gönnt sie sich dann an so manch einem langen Winterabend.