28. Juli 2010, 00:00 Uhr

Jobbende Studenten bei Firmen heiß begehrt

Durch straffere Studiengänge Kurzzeit-Arbeit gefragt

Dresden Studenten als Aushilfen sind bei Unternehmen und Privatleuten in Sachsen heiß begehrt. Angebot und Nachfrage auf dem speziellen Arbeitsmarkt blieben trotz Wirtschaftskrise stabil, wie eine Umfrage ergab. Den Studierenden wird jedoch die Zeit zum Arbeiten seit Einführung der straffen Bachelor- und Masterstudiengänge knapp. Daher seien jetzt vor allem kurzfristige Jobs gefragt, hieß es.

Branchen wie das Hotel- und Gaststättengewerbe setzen vor allem in der arbeitsintensiven Sommersaison auf die Hilfe von Studenten und Schülern.

Rund 7000 bis 8000 Studenten werden von der Arbeitsvermittlung des Studentenwerks in Leipzig jährlich in solche Jobs vermittelt. 30 bis 50 Unternehmen oder Privatleute kämen als Kunden hinzu, sagte Martina Lindhorst. Da wird etwa der Gitarrenspieler für einen spanischen Abend gesucht, ein Pflegeheim braucht jemanden für die Nachtwache, eine Kneipe sucht einen Koch, das Pressebüro eine Mitarbeiterin. Meist werden fünf bis neun Euro je Stunde gezahlt. Bevorzugt werden vor allem Büro-Jobs wie die Vertretung in der Rechtsanwalts-Kanzlei, aber auch Kinderbetreuung oder Nachhilfeunterricht sind begehrt, so Lindhorst.

Seit Bachelor und Master jedoch haben Studenten nicht mehr so viel Zeit, so Lindhorst. »Es gibt Angebote, die wären mir früher aus der Hand gerissen worden. Jetzt haben wir Mühe, alle Jobs zu besetzten.« Das Kellnern etwa sei gar nicht mehr so beliebt. »Das geht abends oft lange. Da ist sei es nicht einfach, morgens fit zu sein.« Auch langfristige Angebote wie Service-Kraft in Einkaufscentern gehe nicht mehr gut. Studenten orientierten sich inzwischen mehr auf zeitlich gut überschaubare Dinge - Möbelpacker etwa für zehn bis zwölf Euro Stundenlohn.

»Kurzfristige Jobs sind gefragt«, sagte auch die Chefin der Dresdner Studentischen Arbeitsvermittlung, Anne Jantos. »Da hat sich etwas verändert.« Wenn Umzugshilfen gesucht werden, »rennen uns die Studenten fast die Bude ein.« Dagegen gehe Langfristiges nicht mehr so gut. Viele der angebotenen Arbeiten wie das Programmieren seien zudem anspruchsvoll. Die Dresdner vermitteln drei bis vier Jobs täglich und es stehen zwei bis drei neue Anbieter in der Tür. »Von Wirtschaftskrise haben wird nichts mitbekommen.«

Jobs unter 6,50 Euro je Stunde würden nicht angenommen. Der Höhepunkt des Jahres aber sei Weihnachten. »Da gehen etwa 60 Studenten als Weihnachtsmänner und sechs weitere als Engel in rund 600 Familien.« An der TU Chemnitz hat vor mehr als einem halben Jahr das Zentrum zur Karriere-Beratung die Job-Vermittlung übernommen. »Wir sind bei Studenten und Unternehmen offene Türen eingerannt«, sagte Projekt-Chef Christian Genz. Mittlerweile seien 45 regionale Firmen Partner.

Schüler- und Studentenjobs gehen an Arbeitsagenturen offenbar größtenteils vorbei. »Für Ferienjobs gibt es deutlich mehr Anfragen als Angebote«, sagte der Sprecher der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Frank Vollgold. Für die unter 18-Jährigen gebe es kaum Angebote von Firmen, die Betriebe griffen immer mehr auf Studenten zurück.
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Erstellt am: 28. Juli 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 28. Juli 2010, 02:44 Uhr
Autor: Von Ralf Hübner

Von Ralf Hübner

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