Freistaat will neue Anreize für Landärzte schaffen
Land will spezielle Förderkonzepte und Finanzspritzen für Studenten
Dresden Neue Ärzte braucht das Land. In Sachsen trifft das im wahrsten Sinne des Wortes zu. Denn der ländliche Raum blutet auch in diesem Punkt immer mehr aus. Die Opposition hält alle Bemühungen der Regierung für ein Herumdoktern an Symptomen.
Im Fall des Sonderkontingentes – im aktuellen Wintersemester gibt es insgesamt 555 Medizinstudenten im Freistaat – muss Sachsen noch die Verständigung mit anderen Bundesländern suchen. Sachsen möchte 20 Studenten innerhalb des bestehenden Sachsenkontingentes von Anfang an mit maximal 1000 Euro pro Monat unterstützen, wenn sie sich für eine Arbeit als Hausarzt auf dem Lande verpflichten. Bisherige Studienbeihilfen sahen maximal 600 Euro vor.
Laut Kassenärztlicher Vereinigung Sachsen fehlen bereits heute im Freistaat 356 Hausärzte. Vor allem auf dem Land sei der Bedarf an ambulanter ärztlicher Versorgung nicht mehr im notwendigen Umfang gewährleistet, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Clauß hält eine ressortübergreifende Strategie für heilsam. Sie verwies auf ein Modellprojekt mit flexiblen Öffnungszeiten in Kindertagesstätten, um jungen Ärztinnen mit Kind eine Praxis auf dem Land zu ermöglichen.
Nach Ansicht der SPD im Landtag reichen die Bemühungen des Gesundheitsministeriums nicht aus. Gesundheitsexpertin Dagmar Neukirch empfahl der Regierung, lieber erstmal bisherige Aktionen zu evaluieren. Gegen Ärztemangel würden in erster Linie mehr Investitionen helfen. Die Linken sprachen von verbalem Aktionismus.
Die Landesärztekammer hielt den vorgesehenen Maßnahmekatalog insgesamt für einen Schritt in die richtige Richtung. Zugleich meldete die Kammer aber Zweifel an dem Sonderkontingent an. Dies sei aufgrund bestehender rechtlicher und politischer Hürden eher zu bezweifeln. Zudem würden sich angehende Studenten erst sehr viel später für eine bestimmte Facharztrichtung entscheiden.

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