Museum für einen Vergessenen im Dresdner Barockviertel eröffnet: Mäzen holt den Maler und Grafiker Hans Körnig aus der Versenkung
Dresden
Faszination Karneval: Bunt verkleidete Gestalten, Harlekine, Damen mit Hut und grotesken Masken bevölkern die Gemälde und grafischen Blätter. Die Bilder aber, die vom lustigen Treiben zur Faschingszeit im Dresden der 1950er-Jahre zeugen, blieben jahrzehntelang ebenso verborgen wie die anderen Werke des Malers und Grafikers Hans Körnig (1905 bis 1989).
Kunstmäzen Rudolf Presl präsentiert Hans Körnigs Werke im Dresdner Wallgässchen. Foto: dpa Foto: dpa
Körnigs Töchter und ein Mäzen haben die über Jahrzehnte weggesperrten Kunstwerke nun ans Licht geholt und ihnen ein „Körnigreich“ geschaffen.Unter diesem Namen eröffnet in für die Kultur nicht eben rosigen Zeiten im Dresdner Barockviertel ein privates Kunstmuseum. Eingerichtet hat es der Kaufmann Rudolf Presl gemeinsam mit den Erben in dem Haus Wallgässchen 2, in dem Körnig 26 Jahre wohnte, arbeitete und ausstellte. Presl, Besitzer der Bavaria Kliniken, hatte einen bedeutenden Teil des Nachlasses erworben, der Anfang der 1990er-Jahre der Familie zurückgegeben worden war. Körnig stammte aus Flöha und studierte 1930 bis 1933 an der Dresdner Kunstakademie, die er aber aus stillem Protest gegen die Entlassung von Otto Dix verließ. Bis zum Einzug an die Russische Front und nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft arbeitete Körnig freischaffend in Dresden.
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