Interaktive Whiteboards haben mittlerweile an vielen Schulen neben Notebooks und Computern Einzug gehalten. Foto: dpa Foto: dpa
Laptops, schnelles Internet und elektronische Schultafeln – an Sachsens Schulen sind Computer nicht mehr aus dem Unterricht wegzudenken. Experten sehen die Häuser gut ausgestattet, wie eine Umfrage ergab. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede, abhängig von Schulform und Alter der Schüler.

„Computer haben längst an den Schulen Einzug gehalten und spielen eine wichtige Rolle im Unterricht“, sagte Andrea Valendiek, Sprecherin des Kultusministeriums. In den rund 1400 öffentlichen Schulen gibt es mehr als 62 000 Computer – etwa 44 pro Haus. Hinzu kommen noch einmal rund 12 400 Notebooks. Damit teilen sich, statistisch gesehen, jeweils vier Schüler einen Computer. Interaktive elektronische Schultafeln, Whiteboards, stehen in fast jeder vierten Schule in Sachsen. Einer der Vorreiter im Freistaat ist die Kurfürst-Moritz-Schule in Moritzburg (Landkreis Meißen): In jedem Klassenzimmer gibt es Computer, Internetanschluss und elektronische Schultafeln. Sie übertragen Texte, Grafiken, Bilder, Töne oder Filme, können wie ein Touchscreen mit dem Finger bedient werden. Im Biologieunterricht etwa können die Schüler virtuell einem Menschen die Organe zuordnen.

Schulleiter Jörg Töpfer ist überzeugt, dass die Jungen und Mädchen damit besser lernen. „Den Schülern macht das unheimlich Spaß, zudem erhöht sich die Vorstellungskraft“, erklärte er. Finanziert wurde die moderne Ausstattung zum Teil über Gelder aus dem Förderverein, aber auch verschiedene Firmen haben geholfen. Bei der Finanzierung von Technik können die Schulträger Förderprogramme in Anspruch nehmen. Nach Angaben des Kultusministeriums wurden allein über das Programm „Medios“ rund 128 Millionen Euro bereitgestellt.

„Die Ausstattung mit neuer Technik ist gut“, sagte der Vorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt. An den Gymnasien gebe es in der Regel mehrere Computerkabinette oder sogar PC in den Unterrichtsräumen, an den Grundschulen zumindest ein Kabinett. Probleme sieht Weichelt allerdings künftig auf die Schulen zukommen: Mithilfe des Freistaates wurden zwar alle Häuser ausgestattet, aber Technik veralte schnell, und Neuanschaffungen seien Sache des Schulträgers. „Und da sind viele Kassen einfach zu knapp, um auf dem neuesten Stand zu bleiben“, sagte der Vorsitzende des Lehrerverbandes.

Wichtig sei aber auch der richtige Umgang mit der modernen Technik. „Viele Schüler googlen einfach, ohne darauf zu achten, woher die Informationen stammen“, erklärte Weichelt. Aufgabe der Lehrer sei es, auf Risiken und Gefahren aufmerksam zu machen, etwa im Umgang mit sozialen Netzwerken oder mit Blick auf Urheberrechte oder illegale Down-loads.