Bei „Sturm 34-Prozess“ offenbar V-Mann angeklagt
Chemnitz. Im Prozess gegen führende Mitglieder der verbotenen Neonazi-Kameradschaft „Sturm 34“ wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung muss sich offenbar auch ein Informant des sächsischen Staatsschutzes verantworten. Das berichtete die „Freie Presse“ (Mittwochausgabe).
03.04.2008
Welche Auswirkungen die Beteiligung des V-Mannes auf den Verlauf des Prozesses haben wird, sei derzeit nicht absehbar. Die Staatsanwaltschaft Dresden wollte den Zeitungsbericht gestern weder bestätigen noch dementieren. Auch das Innenministerium äußerte sich nicht zu dem Verfahren.
Nach Informationen der „Freien Presse“ war der Staatsschutz-Informant bereits Monate vor der Gründung der Kameradschaft im März 2006 im Einsatz. Er sei im Juli 2006 enttarnt und ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen worden. Kurz nach seiner Enttarnung gab es die erste große Razzia in Mittweida.
Aufgrund des laufenden Verfahrens und der Gefahr der Beeinflussung des Prozesses gebe das Innenministerium derzeit keine Auskünfte, sagte ein Sprecher. Die Staatsanwaltschaft Dresden ließ offen, ob es sich bei einem der fünf Angeschuldigten um einen Informanten des Staatsschutzes handelt. (dpa/mb)
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