Die Corona-Pandemie offenbart schonungslos, was den Schulen (nicht nur in Cottbus) fehlt: Personal, Platz, digitale Technik – und vor allem Flexibilität und Ideen, um Ausnahmesituationen wie die aktuelle meistern zu können. Während es Unternehmen innerhalb kürzester Zeit gelang, ihre Mitarbeiter in Homeoffice zu schicken, soll das ausgerechnet bei der Generation Z nicht funktionieren? Den Kindern und Jugendlichen, die mit ihrem Smartphones scheinbar verwachsen sind?
An den Protagonisten selbst kann es nicht liegen, wohl eher sind die Umstände schuld. Die zweite Welle der Corona-Pandemie kam ja auch so überraschend wie das Weihnachtsfest, das jedes Jahr aufs Neue ganz plötzlich vor der Tür steht. Warum funktionieren die im Sommer erarbeiteten Konzepte nicht, wenn es darauf ankommt? Wer will da wen in falscher Sicherheit wiegen?
An meinem Kühlschrank hängt schon seit Schuljahresbeginn ein Plan, in dem festgelegt ist, wann meine Tochter Präsenz-Unterricht hätte und wann sie zu Hause lernen müsste. Doch umgesetzt wird das Konzept nicht, weil das Personal fehlt, wie ich jetzt weiß.
Den Lehrer selbst kann man keinen Vorwurf machen. Sie arbeiten engagiert und in der großen Mehrzahl über das erwartbare Maß hinaus, um ihre Schüler möglichst unbeschadet durch die Corona-Zeit zu bringen. Ob ihnen das gelingen wird, hängt jedoch maßgeblich von den Entscheidungen des Bildungsministeriums ab. Bislang waren diese aktionsgetrieben und wenig Weg weisend. Fest steht: Die Schule der Zukunft muss anders aussehen.