Forum lobenswert
(....) Die aus DDR-Zeiten gewohnte einseitige Berichterstattung wiederholt sich. Themen, die nicht mit der Meinung der regierenden Parteien konform gehen, werden ausgespart. Meinungen sehr kluger Köpfe, wie die des Oberbürgermeisters von Tübingen oder des ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten werden verächtlich, teilweise aus dem Zusammenhang gerissen, wiedergegeben.
Bekannterweise wählt die Mehrzahl der Journalisten links und berichtet demzufolge gewollt oder ungewollt tendenziell. Der Ostdeutsche, zu dem ich mich zähle, ist, geprägt aus der Vergangenheit, skeptisch eingestellt. Trotz linker Grundhaltung betrachte ich es als Bürgerpflicht, Inhalte kritisch zu betrachten.
Einseitig oder gar nicht berichtet wird berichtet über Themen, wie:
– die Rechtschreibung ohne sinnvolle Regeln, gleichzeitig Gender-Blödsinn,
– Klimawandel wird dazu benutzt, dem gemeinen Volk durch unverschämte Abgaben das Geld aus der Tasche zu ziehen (...),
– überzogener Datenschutz ist wichtiger als Gesundheitsschutz (...),
– sinnvolle kritische Beiträge der AfD in Land- und Bundestag werden nicht veröffentlicht, dafür bestimmt jeder Skandal tagelang die Berichterstattung. Im Gegensatz wird ungebührliches Verhalten grüner Vertreter und Abgeordneter in der Berichterstattung ausgespart. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen maßt sich an, den Bürger zu erziehen, indem er auf allen ARD-Sendern zeitgleich eine Sendung ausstrahlt. Dafür werden Zwangsgebühren, die einzig Sachsen-Anhalt kritisiert, eingezogen. Das Verhalten der Magdeburger Abgeordneten wird im Artikel skeptisch interpretiert, obwohl viele Menschen die überzogenen Gehälter von Intendanten und bestimmten Nachrichtensprechern nicht akzeptieren.
Geschädigt durch Karl Eduard von Schnitzler (DDR-Journalist, bekannt durch den „Schwarzen Kanal“ im DDR-Fernsehen, d. Red.), reagiert der Ostdeutsche besonders allergisch, wenn nur Halbsätze zitiert und Bemerkungen aus dem Zusammenhang gerissen werden. Die von mir ebenfalls kritisch betrachtete LR besitzt den Mut, Andersdenkende zu Wort kommen zu lassen. Die Seite „Forum“ ist eine lobenswerte Form der Kommunikation mit Lesern. Eine Sternstunde für mich war der Beitrag zum Klima vom 5. Januar. (...) Warum werden bewusst in der Presse Menschen, die die Auswirkungen des Klimawandels anders sehen, als Klimawandel-Leugner bezeichnet, warum werden Andersdenkende zur Corona-Krise generell als Querdenker, Nazis und Reichsbürger verortet?
Für meine Regionalpresse wünschte ich mir, dass auf allen Seiten der Zeitung angelehnt an die Sparte „Forum“ Themen mehrschichtig beleuchtet werden. (...)
Martin Minde, Vetschau
Gesunde Skepsis angebracht
Man muss weder Anhänger der AfD noch Verschwörungstheoretiker sein und auch nicht aus dem Osten Deutschlands kommen, um Skepsis gegenüber den Medien grundlegend gut zu finden. Diese Skepsis sollte meiner Meinung nach sogar ein wichtiges Ziel von Medienkompetenzförderung sein.
Menschen, die in der DDR groß geworden sind, bringen vielleicht sogar mehr Gespür mit für das, was echte Meinungs- und Pressefreiheit ist. Denn sie kennen es genau, wie bestimmten Meinungen, von den „Zentralorganen der Partei“ vorgegeben, zumindest nicht öffentlich widersprochen werden durfte. Und die gleichen Menschen haben heute so manche déjà-vu Erlebnisse, wenn in der Öffentlichkeit bestimmte Positionen gleich einen Shitstorm öffentlicher Erregung ernten.
Knast im Gelben Elend oder in Hohenschönhausen riskieren wir heute glücklicherweise nicht, muss das noch gesagt werden?! Aber es schweigen lieber wieder zu viele aus Furcht vor beruflichen Konsequenzen und landen im Extremfall - der Teufelskreis schließt sich - bei der AfD.
Anton-Günther Janßen, Cottbus