Totensonntag ist immer der Sonntag vor dem 1. Advent. Im Jahr 2020 fällt der Totensonntag auf den 22. November. An diesem Feiertag gedenken viele Menschen ihrer verstorbenen Angehörigen.
Der Totensonntag ist ein evangelischer Gedenktag, der offiziell Ewigkeitssonntag heißt. Der Tag ist dem Andenken an Verstorbene gewidmet. Mit dem Ewigkeitssonntag endet vor der Adventszeit das Kirchenjahr.
In einem ruhigen, oft von Kirchenmusik begleiteten Gottesdienst würden die Namen der Toten verlesen und Kerzen für sie angezündet. Oft bestehe darüber hinaus noch die Gelegenheit, persönlich für verstorbene Angehörige ein Licht zu entzünden.

Totensonntag 2020: Evangelische Kirche bietet Live-Chat an

Manche Gemeinden hielten Andacht auf dem Friedhof und hörten dort die Botschaft von der Auferstehung. Eine Chatandacht zum Ewigkeitssonntag habe sich als moderne Form des Totengedenkens etabliert. Bis zum Ewigkeitssonntag könnten Angehörige und Freunde Namen ihrer Verstorbenen in ein Trauerbuch auf trauernetz.de eintragen. Diese Namen würden während der Online-Andacht im Chat eingeblendet.
Mehr Infos zum Ewigkeitssonntag auf ekd.de
Neben dem Totengedenken wird in Gottesdiensten an diesem Tag traditionell auch zu einem bewussteren Umgang mit der Lebenszeit aufgerufen. Wegen der Corona-Pandemie dürften in diesem Jahr jedoch weniger Menschen als sonst in die Kirche gehen.
Zwar sind Gottesdienste laut den Corona-Verordnungen erlaubt. Und es gelten keine Höchstzahlen für Gottesdienst-Teilnehmer. In Brandenburg und Sachsen beispielsweise sind jedoch Anwesenheitsnachweise vorzuhalten. Auch gelten die Regeln zum Gesundheitsschutz: Mindestabstand, Mund-Nasen-Maske tragen, Hände-Desinfektion.
In Brandenburg und Sachsen ist Singen in der Kirche nur mit Mund- und Nasenbedeckung erlaubt.
Mehr Infos zum Ablauf der Gottesdienste in den Bundesländern in der Corona-Pandemie: ekmd.de

Totensonntag 2020: Friedhöfe geöffnet, Abstandsregeln gelten

Die Friedhöfe sind wie in Brandenburg trotz Corona weiter geöffnet, so dass Angehörige an Gräbern Blumen niederlegen und dort in Ruhe an die Verstorbenen denken können. Auch auf Friedhöfen gelten aber die üblichen Abstandsregelungen von 1,5 Metern zu Personen aus einem anderen Haushalt.
Brandenburg: Um 17 Uhr wird am Totensonntag 2020 auch eine ökumenische Trost-Andacht aus der St. Gotthardtkirche in Brandenburg (Havel) auch auf YouTube übertragen.

Youtube Gottesdienst der Evangelischen Kirche im Live-Stream aus Brandenburg / Havel

In Brandenburg ist gesetzlich festgelegt, dass am Totensonntag bis elf Uhr vormittags öffentliche Sportveranstaltungen verboten sind.
Öffentliche Tanzveranstaltungen und Veranstaltungen in Räumen mit Schankbetrieb, die über den Schank- und Speisebetrieb hinausgehen, wären in Brandenburg ebenfalls von vier Uhr morgens bis 24 Uhr am Totensonntag verboten, sind allerdings wegen Corona-Beschränkungen derzeit ohnehin nicht erlaubt.

Totensonntag in Brandenburg: Regeln für Auto-Waschanlagen

Am Totensonntag ist in Brandenburg eigens geregelt, dass der Betrieb automatischer oder Selbst-Waschanlagen dann erlaubt ist, „sofern eine Störung durch den Betrieb nicht anzunehmen ist“. Während der Hauptzeit der Gottesdienste (Brandenburg: sechs bis elf Uhr) ist der Betrieb in der Nähe von Kirchen untersagt.
Sachsen regelt es ähnlich wie Brandenburg. Der Totensonntag zählt in Sachsen wie der Volkstrauertag zu den Gedenk- und Trauertagen. Damit sind öffentliche Tanzveranstaltungen und andere öffentliche Vergnügungen, die dem ernsten Charakter dieser Tage zuwiderlaufen, von drei Uhr bis 24 Uhr verboten – fallen 2020 aber wegen Corona sowieso aus.
Auch in Berlin ist der Totensonntag ein Gedenk- und Trauertag. Zwischen vier und 21 Uhr sind demmach öffentliche Sportveranstaltungen untersagt, „sofern diese mit Unterhaltungsmusik oder anderen Unterhaltungsprogrammen verbunden sind“.

Totensonntag 2020: Wegen Corona noch stiller als sonst

Auch musikalische Darbietungen in Bars, Kneipen und Restaurants sowie öffentliche Tanzveranstaltungen wären in Berlin zeitweise untersagt – 2020 fällt das aber ohnehin ins Wasser. Denn die Corona-Regeln haben im November 2020 dazu geführt, dass ohnehin nicht an Ausgehen zu denken ist.
Traditionell starten bereits in den Tagen nach dem Totensonntag die Weihnachts- und Adventsmärkte in Berlin, Brandenburg und Sachsen. Nicht in diesem Jahr: Die meisten Märkte im Advent sind im Corona-Jahr 2020 abgesagt worden – oder drohen noch abgesagt zu werden.

Totensonntag: Evangelische Kirche gedenkt Corona-Toten

Der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag 2020 ist auch aus Sicht der evangelischen Kirche in religiöser Hinsicht ein besonderer Trauertag: Der bayerische Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, erinnerte zum 22. November 2020 an die Toten der Corona-Pandemie und die Trauer ihrer Angehörigen.

Senftenberg

Die Tränen der Trauer und Verzweiflung seien für manch einen in diesen Tagen allgegenwärtig: „Sie vermissen die Lieben, deren irdisches Leben zu Ende gegangen ist und die einfach überall fehlen. Sie sehnen sich danach, dass sie getröstet werden, dass die Wunden heilen, dass sich Neues öffnet.“
Bedford-Strohm sagte, ein Bibelwort aus der Offenbarung des Johannes sei zu einem „Wegweiser in der Pandemie-Zeit“ geworden: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein“ (Offenbarung 21, Vers 4).

Totensonntag 2020: Wann ist der Fernsehgottesdienst?

Bedford-Strohm predigt am Ewigkeitssonntag um 9:30 Uhr in der Johanneskirche in Erbach. Der Gottesdienst wird im ZDF live übertragen.
Ebenfalls am Ewigkeitssonntag um 19 Uhr wird im Marien-Dom in Hildesheim ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert, in dem das Bistum Hildesheim und die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers der Menschen gedenken, die in den vergangenen Monaten durch das Corona-Virus gestorben sind. Der Gottesdienst mit Landesbischof Ralf Meister und Bischof Heiner Wilmer wird in Form einer Lichtfeier gestaltet und unter www.zuhause-gottesdienste.de als Livestream im Internet übertragen.

Youtube Trauer um Corona-Tote im Gottesdienst per Live-Stream