02. Februar 2012, 00:00 Uhr

Weniger Praxen, aber mehr Klinikärzte

Medizinische Versorgung auf dem Land bleibt prekär

Potsdam Die ärztliche Versorgung auf dem flachen Land in Brandenburg bleibt prekär: Im ambulanten Bereich stieg die Zahl der Mediziner im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2010 nur um 0,4 Prozent auf 3523, wie die Landesärztekammer am Mittwoch in Potsdam mitteilte. Dagegen betrug der Zuwachs an den Kliniken 2,6 Prozent, womit dort 4552 Mediziner beschäftigt sind, 116 mehr als vor einem Jahr.

Diese Entwicklung gebe Anlass zu Optimismus, sagte Kammer-Präsident Udo Wolter. „Die Kliniken haben erkannt, dass sie auf den Medizinernachwuchs angewiesen sind und investieren mehr und mehr in die Weiterbildung.“ Insgesamt kletterte laut Statistik die Zahl der im Melderegister der Landesärztekammer eingetragenen Mediziner um 1,6 Prozent auf gegenwärtig 11 984. Zuwächse habe es vor allem bei den Praxisgemeinschaften, Medizinischen Versorgungszentren und pensionierten Medizinern gegeben.

Die Zahl der Privatpraxen ging dagegen um 8,2 Prozent zurück. Die Arztdichte veränderte sich im Vergleich zu 2010 von 294 auf 290 Einwohner pro berufstätigem Arzt.

Eine erst vor Kurzem veröffentlichte Statistik hatte gezeigt, dass Brandenburg unter den vier kleinen Bundesländern mit zwei bis drei Millionen Einwohnern die geringste Arztdichte hat. Zum Vergleich waren Thüringen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt herangezogen worden.

Die Zahl der Mediziner, die nicht mehr im Berufsleben stehen, wuchs nach Angaben der Kammer um 2,9 Prozent auf 3059. Das Phänomen sei schon seit Längerem bekannt, erläuterte Wolter. So kehrten viele Ärzte nach Brandenburg zurück, nachdem sie zuvor in einem anderen Bundesland oder im Ausland gearbeitet haben, weil die Bedingungen dort viel besser seien als in Deutschland. Der Mangel an Nachwuchskräften bereitet auch weiterhin große Sorgen.
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Erstellt am: 02. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 02. Februar 2012, 12:25 Uhr
Autor: dpa/kr

dpa/kr

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