Tempo 160 lässt noch auf sich warten
Im dritten Anlauf: Bahn gibt am 3. September Strecke Cottbus – Berlin frei / Kabelklau mit Langzeitwirkung
Cottbus Gerüchte halten sich oft sehr hartnäckig. Damit aber nicht länger über eine im Raum stehende neuerliche Verzögerung des Streckenausbaus zwischen Lübbenau und Berlin spekuliert wird, ging die Deutsche Bahn am Freitag an die Öffentlichkeit und verkündete: Ab 3. September rollen die Züge auf den sanierten Gleisen.
Kabelklau schmeißt Termine
Wie die Bahn verweist der Landeschef des Fahrgastverbandes auf den Diebstahl von Kupferkabel Anfang Mai, der mehr als eine Million Euro Schaden angerichtet und zudem alle Termine geschmissen hatte. Denn die Diebe hatten das speziell für die Signaltechnik an der gut 32 Kilometer langen Strecke zerstückelt, um es abtransportieren zu können. Damit war der Eröffnungstermin für die Strecke ein Jahr nach dem Baustart am 3. Mai 2010 nicht mehr zu halten. Da es sich nach Angaben von Bahnsprecher Burkhard Ahlert in der Folge um komplizierte Kabelerneuerungen und der Austausch von Materialien handelte, musste auch der Termin 15. Juli auf September verschoben werden.
Trotz allem sind Fahrgäste noch skeptisch, ob der Betrieb am 3. September tatsächlich nach rund 15-monatiger Bauzeit und inzwischen etwa 180 Millionen Euro Gesamtkosten beginnt. Pro Bahn-Landeschef Doege betont gegenüber der RUNDSCHAU, dass die Prüfung und Abnahme der Software für die Steuerung der Stellwerke und Bahnübergänge auf der sanierten Strecke „immer erst kurz vorher grünes Licht bekommt“.
Zweifel auch beim VBB
Der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) zweifelt ohnehin an den von der Bahn genannten Ursachen für die Terminverschiebungen. VBB-Chef Hans-Werner Franz sieht eher mangelhaftes Baustellenmanagement auf dieser wie auf anderen Baustellen des Bahnkonzerns als wirkliche Gründe. Er geht mit den Verantwortlichen der DB Netz hart ins Gericht: „Bauzeitpläne werden gemacht, damit man sie einhält. Zum wiederholten Male aber werden wir von der Deutschen Bahn Netz AG auf einen späteren Termin der Fertigstellung vertröstet. Das ist nicht akzeptabel.“
Allein der Blick auf die Fahrzeiten der Züge aus der Lausitz nach Dresden, Berlin oder Leipzig belegt, wie mangelhaft es um die Mehrzahl der Strecken bestellt ist. Laut Qualitätsanalyse des VBB zum Netzzustand in Berlin-Brandenburg konnten im Vorjahr an 692 Stellen die Züge nicht die eigentliche Streckenhöchstgeschwindigkeit fahren. Bezogen auf die Streckenlänge entspricht dies 13,5 Prozent des untersuchten Netzes.
Zum Thema:
Die RE 2 fährt künftig nach WismarUm nach der Streckensanierung Cottbus – Berlin für 160 km/h einen Fahrzeitgewinn für die Reisenden zu erzielen, wird der Lauf der RegionalExpressLinie RE 2 nach Bahn-Angaben ab Fahrplanwechsel im Dezember mit der RE 4 getauscht. Das heißt, die RE 2 fährt dann von Cottbus über die Berliner Stadtbahn nicht mehr nach Rathenow, sondern nach Wismar in Ostseereichweite. Die Strecke zwischen Berlin und Rathenow wird ab Dezember von der RE 4 befahren. Für die Reisenden verkürzt sich dadurch die Fahrzeit ab Dezember zwischen Cottbus und Berlin Ostbahnhof von 90 Minuten auf 72 Minuten und zwischen Cottbus und Berlin Hauptbahnhof von 100 auf 82 Minuten – vorausgesetzt, die Züge fahren pünktlich.
Die RE 2 fährt künftig nach WismarUm nach der Streckensanierung Cottbus – Berlin für 160 km/h einen Fahrzeitgewinn für die Reisenden zu erzielen, wird der Lauf der RegionalExpressLinie RE 2 nach Bahn-Angaben ab Fahrplanwechsel im Dezember mit der RE 4 getauscht. Das heißt, die RE 2 fährt dann von Cottbus über die Berliner Stadtbahn nicht mehr nach Rathenow, sondern nach Wismar in Ostseereichweite. Die Strecke zwischen Berlin und Rathenow wird ab Dezember von der RE 4 befahren. Für die Reisenden verkürzt sich dadurch die Fahrzeit ab Dezember zwischen Cottbus und Berlin Ostbahnhof von 90 Minuten auf 72 Minuten und zwischen Cottbus und Berlin Hauptbahnhof von 100 auf 82 Minuten – vorausgesetzt, die Züge fahren pünktlich.
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Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 13. August 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 13. August 2011, 02:34 Uhr
Autor: Von Christian Taubertund Harry Müller

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