Schmallenberg-Virus langsamer unterwegs
186 Betriebe deutschlandweit betroffen / Keine Gefahr für den Menschen
Das in mehreren Bundesländern bei Schafen, Rindern und Ziegen entdeckte Schmallenberg-Virus lässt sich nach Expertenangaben vorerst nicht bekämpfen. Aber es gibt Hoffnung: Der Erreger soll sich in Zukunft langsamer ausbreiten – und sogar zurückgehen. Denn die Muttertiere werden gegen den Erreger immun. Darauf deuteten Erfahrungen mit dem Akabane-Virus hin, das zu großen Teilen mit dem neuen Erreger identisch sei, sagte Tierseuchen-Experte Rolf Allmann.
Der Erreger wurde nach dem Ort benannt, in dem er das erste Mal entdeckt wurde. Schmallenberg liegt im nordrhein-westfälischen Sauerland. Das bis dahin unbekannte Virus wurde im November im Blut einiger kranker Tiere nachgewiesen.
Wie viele Betriebe sind betroffen?
Nach jüngsten Expertenangaben sind in Deutschland insgesamt 186 Betriebe registriert. Davon 172 Schaf-, sieben Rinder- und sieben Ziegenhaltungen.
Ist das Virus auch international verbreitet?
Das Schmallenberg-Virus ist auch in den Niederlanden, Belgien, Großbritannien und Frankreich aufgetreten.
Ist das Virus auch für Menschen gefährlich?
Sehr wahrscheinlich nicht. Von 25 verwandten Viren können nur zwei auch Menschen infizieren. Die drei Viren, die dem Schmallenberg-Erreger am ähnlichsten sind, können dies nicht.
Kann man die Tiere vor dem Virus schützen?
Der einzige Schutz wäre eine Impfung. Experten arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Wird sich das Virus weiter verbreiten?
Derzeit fliegen so gut wie keine virenübertragenden Mücken. Die nun betroffenen Muttertiere wurden höchstwahrscheinlich bereits im vergangenen Jahr infiziert. Da die Lammzeit gerade erst begonnen hat, werden voraussichtlich noch viele missgebildete und tote Jungtiere geboren werden. Infizierte Muttertiere haben eine Immunität gegen den Erreger entwickelt. Sie könnten also wieder gesunden Nachwuchs zur Welt bringen.
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Artikel-Aktualisierungen:
Erstellt am: 02. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 02. Februar 2012, 12:22 Uhr
Autor: dpa/kr

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