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Brandenburg

Patent-Verwertung kann sich sehen lassen

Brandenburg ist bei der Verwertung von Patenten seiner Hochschulen inzwischen besser als die Forschungs- und Wissenschaftsmetropole Berlin. Das geht aus einer gestern von Wissenschaftsministerin Johanna Wanka und Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (beide CDU) präsentierten Bilanz der Landes-Patentverwertungs-Agentur „Brainshell“ hervor, die in den letzten vier Jahren 203 Erfindungen märkischer Hochschulen gesichert hat.

04.01.2007
95 davon wurden patentiert, 23 konnten über Lizenzverträge verkauft werden. „Das kann sich auch bundesweit sehen lassen“, so Junghanns. Brainshell habe damit bereits jedes vierte Patent erfolgreich vermarktet. Dies sei eine beachtliche Quote.
Junghanns verwies auf ein Ranking der Unternehmensberatung Kienbaum für das Bundesforschungsministerium, bei dem die bei der Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) angesiedelte „Brainshell“-Abteilung auf Platz sieben von 21 Agenturen Deutschlands landete und damit Spitzenreiter der neuen Länder war. Die Berliner Agentur Ipal kam auf Platz 15. Im Jahr 2005 – der Grundlage des Rankings – meldeten Berlins 8500 Wissenschaftler in patentrelevanten Disziplinen 126 neue Erfindungen. Brandenburg hingegen, das nur 1500 Wissenschaftler in diesen praxisorientieren Bereichen hat, hatte 50 Erfindungen. Wanka und Junghanns sprachen sich für eine engere Kooperation der Patenverwertungsagenturen der Region aus.
„Brandenburg steht im bundesweiten Vergleich sehr gut da“, sagte Prof. Gerhard Lappus, Vizepräsident für Forschung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus und Vorsitzender der „Verwertungsoffensive Brandenburg“, zu der sich acht Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie das Leibniz-Institut für Agrartechnik – die Auftraggeber von Brainshell – zusammengeschlossen haben. Die sechs „Brainshell“-Mitarbeiter unterstützen die Hochschulen dabei, verwertbare Erfindungen herauszufiltern, diese patentrechtlich zu schützen und gezielt zu vermarkten, etwa über Lizenzen oder für Unternehmensgründungen. „Das ist ein kompliziertes, aufwendiges Geschäft“, erläuterte ZAB-Geschäftsführer Klaus-Peter Schulze. Normalerweise dauere es fünf Jahre, bis es ge linge, erste Lizenzverträge abzuschließen. Das Service-Angebot ist aber durchaus attraktiv für die Wissenschaftler selbst: Sie werden nach Brainshell-Angaben zu einem Drittel am Gewinn beteiligt, müssen sich aber nicht mit den bürokratisch aufwendigen Patentverfahren belasten.
Dass Brandenburgs Hochschulen nicht allein im Elfenbeinturm forschen, ist zentrales Anliegen der SPD/CDU-Regierung. Danach sollen durch eine enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft die nach wie vor zu geringe Innovationskraft der einheimischen, vorwiegend mittelständischen Unternehmen erhöht werden.
Von Thorsten Metzner
 
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