Note „befriedigend“ bei Prüfungsarbeiten
Schulnote Drei, befriedigend: Das ist nach RUNDSCHAU-Informationen das mit Spannung erwartete Ergebnis der umstrittenen landesweit einheitlichen Prüfungsarbeiten, die die 15 000 Schüler der 6. Klassen im Land Brandenburg in den Fächern Deutsch und Mathematik kürzlich erstmals geschrieben haben. Allerdings schnitten die Grundschüler bei den Arbeiten in Mathematik deutlich schlechter ab als in Deutsch.
Linke: Befürchtetes Desaster
Noch sind die Zahlen – das Ministerium hält sich bedeckt – nicht offiziell. Trotzdem be-ginnt schon der Streit um ihre Bewertung und die Konsequenzen. „Es ist das befürch-tete Desaster“, sagt Gerrit Große, Bildungsexpertin der Linkspartei im Landtag. Mit diesen für die Grundschule bislang einmaligen Prüfungen habe die SPD/CDU-Koalition im Landtag nur eins erreicht, „ge-stresste Grundschüler, gestresste Eltern und gestresste Lehrer.“ Es sei zu hoffen, dass „betroffene Eltern das auf dem Gerichtswege noch kippen.“ Für Große sind die Vergleichsarbeiten in der 6. Klasse vor allem ein pädagogischer Sündenfall: „An den Grundschulen ist jetzt Angst eingezogen.“ Hinzu komme, dass der Unterricht kaum auf die Aufgaben mit dem Ankreuz-System vorbereite, „eher vergleichbar mit Führerscheinprüfungen“.
Ablehnung der Tests
Opposition, Landeselternrat und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lehnen die Tests ab, weil das Ergebnis für die Grundschüler bislang ungekannten Prüfungscharakter hat: Die Note der Vergleichsarbeiten fließt mit einem Anteil von 40 Prozent in die Deutsch/Mathe-Note auf dem Halbjahreszeugnis der Sechstklässler ein, mit dem sie sich zur Aufnahme auf ein Gymnasium bewerben. Aufgenommen wird aber nur der, bei dem die Summe der Noten in den Fächern Mathe, Deutsch und Englisch nicht die Summe Sieben überschreitet – was beim Vergeigen der Vergleichsarbeit schnell der Fall sein kann. Bei einem Landesdurchschnitt von 3,4 in Mathematik muss es viele Fünfen und Sechsen gegeben haben. „Es gibt viele, die sich um zwei bis drei Noten verschlechtert haben“, sagt auch Große.
Das Bildungsministerium, das noch keine konkreten Zahlen nennen will, gibt dennoch Entwarnung. „Mehr als die Hälfte der Schüler hat Noten von Eins bis Drei“ erhalten, hieß es. Und es sei nun einmal ein Test, mit dem auch festgestellt werden soll, wer fürs Gymnasium geeignet ist und wer nicht. Vermutungen, dass wegen der schlechten Mathe-Ergebnisse, die Bewertungsmaßstäbe gelockert wurden, dementiert das Bildungsministerium allerdings strikt.
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Erstellt am: 12. Dezember 2007, 00:00 Uhr
Geändert am: 12. Dezember 2007, 01:35 Uhr
Autor: von thorsten metzner

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