Nabu: Genmais ist Gefahr für Naturschutz
Potsdam/Berlin. Der für den kommerziellen Anbau zugelassene Monsanto-Genmais MON 810 kann einer neuen Umweltstudie zufolge umliegende Gebiete in weit größerem Ausmaß schädigen als bislang angenommen.
09.02.2008
Bei der vom Potsdamer Landesumweltamt in Auftrag gegebenen Studie über das Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch bei Strausberg seien zahlreiche Genmaispollen in der geschützten Region gefunden worden, teilte der Umweltverband Nabu gestern in Berlin mit. Um Verunreinigungen durch genmanipulierten Mais zu verhindern, sei deshalb ein Mindestabstand von 1000 Metern zwischen Genfeldern und Naturschutzgebieten notwendig.
Derzeit seien im Gentechnikgesetz gar keine Abstände zwischen Genmaisfeldern und Naturschutzgebieten vorgeschrieben, kritisierte Nabu-Sprecherin Kathrin Klinkusch. Zu ökologisch bewirtschafteten Feldern müssen 300 Meter, zu konventionellen Feldern 150 Meter Mindestabstand eingehalten werden. In anderen Studien sei zuvor bereits eine deutliche Gefährdung von Insekten durch MON-Pollen nachgewiesen worden. So sterbe bei der Schmetterlingsart Tagpfauenauge bei einer Aufnahme von nur vier Maispollen die Hälfte der Raupen.
Bei der Studie wurden 2007 in dem zum Naturpark Märkische Schweiz gehörenden Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch technische Pollensammler aufgestellt und Honigbienen als „biologische Pollensammler“ genutzt.
Dabei seien erhebliche Maispollen-Einträge mit Werten von 1,75 Millionen Pollen pro Quadratmeter 26 Meter vom Genmaisfeld und noch 99 000 Pollen pro Quadratmeter in 120 Metern Entfernung im Naturschutzgebiet festgestellt worden. (epd/ta)
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