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Brandenburg

Minister will Vergleichsarbeiten an Schulen weniger Gewicht beimessen

Potsdam. Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupp recht (SPD) erwägt, das Gewicht der umstrittenen zentralen Vergleichsarbeiten für Schüler der sechsten Klassen zu reduzieren.

06.03.2008
Während die Benotung der Klausuren in den Fächern Deutsch und Mathematik gegenwärtig noch zu 40 Prozent in das Halbjahreszeugnis einfließe, werde gegenwärtig in seinem Haus über eine Absenkung auf nur noch 20 Prozent nachgedacht, sagte Rupprecht gestern vor Journalisten in Potsdam. Damit könne „Panikmache“ vermieden und die Akzeptanz für die Vergleichsarbeiten deutlich erhöht werden.
Die erstmals im vergangenen November geschriebenen Klausuren hatten für heftige Proteste von Eltern und Schülern gesorgt. Kritisiert wurde deren Bedeutung für die im Februar vergebenen Halbjahreszeugnisse, die für den Wechsel der Sechstklässler an Gymnasien und andere weiterführende Schulen entscheidend sind. An den ersten zentralen Vergleichsarbeiten beteiligten sich laut Rupprecht rund 14 500 Schüler. Nur 372 von ihnen hätten sich dabei verschlechtert, betonte der SPD-Politiker.
Diese Schüler erreichten laut Rupprecht nicht die für den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium erforderliche Notensumme. Allerdings könnten sie ihre Leistungsfähigkeit durch die Teilnahme an einem zweitägigen Probeunterricht unter Beweis stellen und damit doch noch den Wechsel zum Gymnasium schaffen. Diese Eignungsprüfungen fänden in zwei Durchgängen an landesweit 29 Gymnasien entweder am 4. und 5. oder am 11. und 12. April statt.
Bei den zentralen Vergleichsarbeiten erzielten die 14 500 Sechstklässler Rupprecht zufolge im Fach Deutsch eine Durchschnittnote von 2,6 und im Fach Mathematik von 3,3. Bei der Deutsch-Klausur hätten 13 830 Mädchen und Jungen ihre Vornote gehalten oder seien nur eine Note nach oben oder unten abgerutscht. Nur 278 hätten sich um zwei oder mehr Noten verschlechtert.
In Mathematik hielten laut Rupprecht 12 338 Schüler ihre Vornote oder wichen um eine Note nach oben oder unten ab. Allerdings hätten sich auch 1984 Schüler um zwei oder mehr Noten verschlechtert. Hauptziel der Vergleichsarbeiten sei es gewesen, nicht geeignete Schüler vor dem Gang auf das Gymnasium zu bewahren, was in zahlreichen Fällen gelungen sei.
Die Bildungsexpertin der SPD-Landtagsfraktion, Klara Geywitz, sprach sich dafür aus, die Gewichtung der Vergleichsarbeiten zu verringern. 40 Prozent seien mit den vorliegenden Ergebnissen nicht mehr zu begründen, sagte sie in einer Stellungnahme. Die oppositionelle Linksfraktion habe sich von Beginn an gegen die Vergleichsarbeiten ausgesprochen, sagte deren bildungspolitische Sprecherin Gerrit Große. Sie fordere weiterhin deren Abschaffung.  (dpa/mb)
 
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