Steffen Kammradt Foto: Behnke Foto: Behnke

Den Rückgang bei der Zahl der neu geschaffenen oder durch Hilfen stabilisierten Arbeitsplätze (2011 waren dies 3226 und damit 48 weniger als im Vorjahr) führt der ZAB-Geschäftsführer Steffen Kammradt auf die veränderte EU-Förderung im Süden des Landes zurück. 2010 war das letzte Jahr mit Höchstfördersätzen für diese Teilregion.

Insgesamt aber, so Kammradt und Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) sei auch 2011 ein gutes Jahr bei den Neuansiedlungen gewesen, auch wenn deren Zahl ebenfalls rückläufig war.

Die neuen Arbeitsplätze konzentrieren sich vor allem auf zwei Branchenschwerpunkte.

Zum einen hat inzwischen der Logistikbereich rund um Berlin erheblich zugenommen und zum anderen ist der südliche Speckgürtel ein wichtiger Standort für Medien- und Kommunikationsunternehmen. Herausragende Beispiele dafür sind das Logistik-Unternehmen Zalando in Brieselang mit 400 Arbeitsplätzen und das SAP Innovations Center in Potsdam mit 100 neuen Jobs.

Das eher in den berlinferneren Landesteilen angesiedelte Industriegewerbe wuchs dagegen eher bescheiden. Von den insgesamt fünf Regional-Centern der ZAB ist das Potsdamer mit weitem Abstand am wichtigsten, was die betreuten Firmen betrifft.

358 Vorhaben zählte die Agentur im vergangenen Jahr landesweit. Davon waren 75 in Potsdam selbst und weitere 38 im Kreis Potsdam-Mittelmarkt angesiedelt. Schlusslicht war die Uckermark mit fünf Unternehmen. Die Prignitz zählte neun. 50 betreute Betriebe werden für das Gebiet des Regional-Centers Cottbus ausgewiesen, das neben der Stadt noch die Kreise Spree-Neiße, Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz betreut.

Christoffers sagte zu den deutlichen regionalen Unterschieden im Fördergeschäft der ZAB, dass die Agentur nur eines von mehreren Instrumenten der Wirtschaftsförderung sei. Die Uckermark beispielsweise werde durch andere Programme, die sich auf die Zusammenarbeit mit Polen konzentrieren, gefördert.

Weiter erklärte er, dass das Land jetzt erhebliche Anstrengungen machen werde, bis zum Jahr 2020 den ländlichen Raum mit anspruchsvollen Breitbandverbindungen auszustatten. Es werde mit ihm jedenfalls "keine Rückkehr zum Gießkannenprinzip" geben.

Kammradt erklärte, dass es nicht möglich sei, Investoren ihren Standort vorzuschreiben. Der Wirtschaftsminister geht von einem deutlichen Rückgang der Mittel aus, die das Land für das Fördergeschäft zur Verfügung stellt. Insbesondere die Zahlungen aus den Fonds der EU würden zurückgehen. Deswegen müsse die Tätigkeit der ZAB, die bislang viele Ansiedlungen betreut, die Investitionszuschüsse erhalten, in Zukunft stärker auf Beratung und Betreuung ausgerichtet werden.