Land will Jungwähler mobilisieren
Senftenberger Projekt kümmert sich um Mädchen und Jungen
Potsdam Die brandenburgische Landesregierung will ihre Aktivitäten zur Mobilisierung von Jungwählern verstärken. Als Vorbild dafür gelten die Jugendparlamente. Deren Zahl erhöhte sich im vergangenen Jahr um vier auf inzwischen 19. Beispielhaft ist das Kinder- und Jugendparlament Senftenberg.
Staatssekretär Burkhard Jungkamp vom Bildungsministerium weist jeden Verdacht von sich. Der Landesregierung und den sie tragenden Parteien gehe es nicht darum, plumpe Wahlwerbung zu betreiben. Politische Bildung sei ein Auftrag an sein Ministerium, und daran habe sich durch die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre auch nichts geändert. Er könne keinen Interessenskonflikt erkennen, wenn die Regierung versuche, möglichst viele Jungwähler an die Urnen zu bekommen. Eine Einschränkung macht er dann doch. Es sei natürlich so, „dass wir dem Einfluss von Rechtsextremisten begegnen wollen“, sagt Jungkamp. Auf Nachfrage ergänzt er, dass dies im Prinzip auch für Linksextremisten gelte, „aber die stellen das geringere Problem dar“.
Jungkamp hat die Presse eingeladen, sich über die Aktivitäten zu informieren, mit denen heute bereits auf kommunaler Ebene versucht wird, bei Kindern und Jugendlichen Verständnis für die politischen Entscheidungsprozesse zu gewinnen. In aller Regel sind dies Gremien wie Beiräte, in denen junge Menschen zunächst ihre Vorstellungen diskutieren und dann auch in die kommunalen Vertretungsorgane einbringen können. Davon gibt es inzwischen fast zwei Dutzend im Land, zumeist in den rund um Berlin liegenden Kommunen, aber auch im Süden. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz und seine Kreisstadt Senftenberg nehmen dabei eine besondere Rolle ein, weil dort die Aktivitäten wissenschaftlich begleitet werden. So berichtet Sarah Herz aus Senftenberg davon, wie sie sich zusammen mit anderen Jugendlichen in der Stadt um Freizeitmöglichkeiten kümmert. Und sie erzählt vom „Alkoholtest“. Da machen Jugendliche Testkäufe. Denn auch wenn sie jetzt zwischen den Parteien wählen können, so haben sie ja nach wie vor keinen Zugriff auf Spirituosen.
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Erstellt am: 03. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 03. Februar 2012, 11:32 Uhr
Autor: Von Johann Legner

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