02. Februar 2012, 00:00 Uhr

Konkurrenz zwischen Bäumen und Windrädern

Petition zum Erhalt brandenburgische Wälder übergeben

Potsdam Egal ob Biomasse-Anlagen oder Windräder – erneuerbare Energien haben inzwischen einen harten Stand. Im Wald könnten sie vielleicht noch am ehesten von den Bürgern toleriert werden, dachte Brandenburgs Landesregierung. Nun regt sich auch dagegen Protest.

Landtagspräsident Gunter Fritsch nahm die Petition mit 632 Unterschriften entgegen. Foto: Settnik/ZB
Eine Petition zum Erhalt märkischer Wälder ist am Mittwoch im Potsdamer Landtag übergeben worden. Mehr als 20 Bürgerinitiativen äußern darin ihre Sorge, dass die Regierungspläne zum Ausbau regenerativer Energien, insbesondere der Windkraftnutzung, einige tausend Hektar Baumbestand zerstören könnten. Windkraftanlagen sollen künftig auf 1,9 Prozent der Landesfläche stehen, was doppelt so viel wäre wie bislang.

Nach Angaben der Bürgerinitiativen würden für eine Windkraftanlage 6000 bis 7000 Quadratmeter Wald dauerhaft vernichtet. Landtagspräsident Gunter Fritsch nahm die Petition mit 632 Unterschriften entgegen, um sie an den zuständigen Ausschuss weiterzuleiten. Mit ihr werden sich voraussichtlich auch die Ministerien für Wirtschaft und Umwelt befassen.

„Medienwirksam“ werde im Zusammenhang mit dem Ausbau der Windenergie von 10 000 neuen Arbeitsplätzen gesprochen, sagte Stefan Müller von der „Bürgerinitiative Fichtenwalde – Natürlich gegen Lärm e.V.“ bei der Übergabe der Petition. Leider werde der Preis dafür nicht genannt. So verlören Hunderte Menschen ihre Existenz und Gesundheit, „weil vor ihrer Tür plötzlich Windparks stehen. Die Krönung dieser gigantischen Ziele ist die Öffnung der märkischen Wälder für diese Anlagen.“

Die 23 Bürgerinitiativen fordern unter anderem einen Mindestabstand von 3000 Metern zu Wohnsiedlungen und eine Überarbeitung der seit 1998 gültigen Technischen Anleitung Lärm, da die Windkraftanlagen seither immer größer geworden seien.

Mit Windrädern im Wald würden auch „die letzten Refugien zugebaut“, sagte Tilo Köhn von der achtköpfigen Delegation der Bürgerinitiativen. „Das kann nicht der richtige Weg sein.“ Köhn appellierte an den Landtagspräsidenten, sich dafür einzusetzen, dass der Bau von Windanlagen in Wäldern zumindest so lange ruht, wie über die künftige Energiestrategie des Landes debattiert wird. Fritsch sicherte das zu, verwies aber gleichzeitig auf Brandenburgs Rolle als Energie-Exportland. Vom Ausbau erneuerbarer Energien sei fast immer jemand betroffen. In Zukunft komme es vor allem darauf an, ausreichende Netz- und Speicherkapazitäten zur Verfügung zu stellen.
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Erstellt am: 02. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 02. Februar 2012, 12:21 Uhr
Autor: Von Ronald Bahlburg

Von Ronald Bahlburg

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