01. Juli 2010, 00:00 Uhr

China wichtiger Markt für Brandenburg

Ministerpräsident Platzeck: Chancen für weitere Kooperationen

Potsdam War es Zufall oder trefflich abgestimmt? Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) verkündete erst am Vortag die Erfolge seine Fernost-Reise, am Mittwoch dann gab das Jahresforum von Hasso Plattner Ventures in Potsdam Antwort auf die Frage, ob die aufstrebende Wirtschaftsmacht denn nun eine Bedrohung oder eine Chance sei.

Letzteres, befand der brandenburgischen Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). »China ist schon heute der wichtigste Absatzmarkt für brandenburgische Produkte in Asien. Zudem waren Firmen aus der Mark an chinesischen Projekten beteiligt«, sagte der Regierungschef bei seiner Eröffnungsrede. Vor allem in den Bereichen erneuerbare Energien, Umwelttechnologien, Ernährungswirtschaft und Logistik sieht Platzeck Chancen für weitere Kooperationen.

»China ist hungrig und wächst in atemberaubender Geschwindigkeit. Wir wissen noch viel zu wenig über diese junge Supermacht«, sagte Eran Davidson, Chef von Hasso Plattner Ventures in Potsdam. Hochkarätige Fernost-Kenner gaben daher Auskunft. Fest steht, im Jahr 2025 wird Chinas Absatzmarkt größer als der deutsche sein, die Zuwachsraten sind gigantisch. Kein Wunder, dass viele das Riesenreich als Bedrohung betrachten. Jürgen Fitschen, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Bank, sieht dafür keinen Grund. Ketan J. Patel, Chef eines indisch-chinesischen Investmentsfonds, warnte davor, das Reich der Mitte abzuschotten, dies könne gefährlich werden. Vielmehr müsse China eingebunden werden, es sei ein Handelspartner, aber keine Supermacht. »Es gibt keine andere Wahl für Unternehmen, als dort hinzugehen«, sagte Xindi Wu, Präsident des amerikanisch-chinesischen Nanotechnologie-Spezialisten CNano. Und Raymond Lei Yang, Kapitalgeber für Gründer und Investoren im Reich der Mitte, meinte: »China is the place to be«, also der Markt, an dem kein Unternehmen vorbeikommt.

Das sehen auch Politik und Wirtschaft in Brandenburg so. Minister Christoffers war vergangene Woche mit Vertretern von 40 Unternehmen in Fernost unterwegs. Brandenburg präsentierte sich dabei gemeinsam mit der 38 Millionen Einwohner zählenden Provinz Heilongjiang im German Center zur Weltausstellung Expo 2010 in Schanghai. Beide Regionen wollen künftig enger kooperieren, Heilongjjiang ist das Zentrum der chinesischen Luft- und Raumfahrtindustrie.

Bei Christoffers' Reise wurden auch konkrete Abkommen unterzeichnet. Die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus arbeitet bereits mit mehreren Universitäten und Unternehmen zusammen, dabei geht es auch um die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen.

Das Logistiknetz Berlin-Brandenburg kooperiert mit seinem staatlichen Pendant in der Region Liaoning, um deutschen Firmen den Zugang zum chinesischen Markt und umgekehrt zu erleichtern. Unter anderem wird eine direkte Bahnverbindung zwischen beiden Regionen angestrebt.

Zahlreiche märkische Unternehmen haben bereits in China investiert, so der Plasmaschneide-Spezialist Kjellberg in Finsterwalde (Elbe-Elster), der auch bei Christoffers' Reise vertreten war und seit zehn Jahren mit Verkaufs- und Servicestützpunkten in China aktiv ist.
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Erstellt am: 01. Juli 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 01. Juli 2010, 02:30 Uhr
Autor: Von Alexander Fröhlich

Von Alexander Fröhlich

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