16. November 2011, 00:00 Uhr

Brandenburgs SPD bekennt sich zur Braunkohle

Potsdam Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Potsdamer Landtag, Ralf Holzschuher, hat sich zum Neubau eines Kohlekraftwerkes in Jänschwalde (Spree-Neiße) bekannt. Holzschuher erklärte am Mittwoch als Reaktion auf einen RUNDSCHAU-Bericht: „Die SPD-Fraktion steht klar zum Energiestandort Lausitz."

Die Braunkohlekraftwerke in Jänschwalde (Foto) und Schwarze Pumpe sind mit einer Leistung von gemeinsam 4600 Megawatt der mit Abstand größte Stromlieferant der Region. Foto: dpa Foto: dpa
"Wir brauchen die heimische Braunkohle als Brückentechnologie, um Versorgungssicherheit und stabile Energiepreise zu gewährleisten. Dafür wollen wir das neue Kraftwerk in Jänschwalde“, teilte Holzschuher am Mittwoch mit. Dieses würde „Tausende Arbeitsplätze in der Region sichern“, betonte er.

Am Mittwoch hatte die RUNDSCHAU über ein Positionspapier berichtet, das die SPD-Fraktion am Dienstag zusammen mit Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) diskutierte. Darin lehnen es die Sozialdemokraten ab „CCS-Projekte in Brandenburg weiter zu forcieren“. Gleichzeitig hält die Fraktion an dem Ziel fest, bis 2050 die Treibhausgasemissionen unter 20 Millionen Tonnen pro Jahr zu senken.

SPD-Fraktionschef Ralf Holzschuher wollte sich nicht genau festlegen, welchen zeitlichen Rahmen er noch für die weitere Verstromung der Kohle sieht. Dies hänge nicht zuletzt von der Geschwindigkeit ab, mit der es gelinge, die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien zu steigern und die notwendigen Speichertechnologien zu entwickeln. Brandenburg solle allerdings weiterhin ein Bundesland bleiben, das in größerem Umfang Strom exportiert. Insbesondere die Versorgung von Berlin müsse sichergestellt werden.

Christoffers stellte auch die von ihm in Auftrag gegebene Studie vor, die Grundlage sein soll für die Neuformulierung der energiepolitischen Ziele des Landes, der Energiestrategie 2030. Dieses Papier, das ursprünglich schon vor Monaten formuliert sein sollte, wird allerdings nicht mehr in diesem Jahr präsentiert.

Der Inhalt der Studie ist seit einiger Zeit bekannt und wurde von Umweltverbänden bereits scharf kritisiert, weil sie eine grobe Verletzung der vom Land propagierten Klimaschutzziele für möglich hält. Laut Studie sind die bisherigen Werte zur Senkung des CO2-Ausstoßes selbst bei vollständiger Stilllegung des Standortes Jänschwalde nicht mehr erreichbar, weil mit dem Bau eines großen Gaskraftwerks westlich von Berlin zu rechnen ist. Diese Anlage würde bei Fertigstellung auch einen erheblichen Teil des Importstrombedarfs der Bundeshauptstadt abdecken.
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Erstellt am: 16. November 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 16. November 2011, 19:40 Uhr
Autor: Von Johann Legner/boc

Jüngste Kommentare (22)

Manipulation: Die Zweite ! Das Spiel geht weiter ....

von unbekannt

... der herausgenommene Artikel "Brandenburgs SPD verabschiedet sich von CCS-Kraftwerk"? (vom 16.11.2011) wurde nun wieder in das Netz - bisher noch ohne Kommentare - gesetzt; ... ist aber nicht direkt zu finden, sondern nur über Suchmaschinen (z.B. Google); es kann nicht wahr sein ... !

Was ist das Wort eines Politikers noch wert?

von Altanschliesser

Hoch und heilig hat Platzek versprochen, dass es keinen Neubau eines Braunkohlekraftwerkes ohne CCS-Technologie geben werde. Dann lässt Potsdam verlauten, dass man sich mangels Bundesgesetz von der CCS-Technologie verabschiedet. Einen Tag später wird von den Politclowns der Neubau eines Kraftwerkes am Standort Jänschwalde gefordert, was ja dann ohne CO2-Endlager auskommen muss. Haben die Genossen eigentlich noch alle Tassen im Schrank?

Noch alle Tassen im Schrank?

von crusader

Antwort auf folgenden Beitrag von Altanschliesser am 17.11.2011 20:42 Uhr

Ich vermute mal die Genossen haben gar kein Schrank.

Nichts in Brandenburg...

von crusader

dreht sich schneller als die Statments der rot/roten Landesregierung, auch kein Brummkreisel. Braucht Ihr das wirklich liebe Brandenburger?

Hüh und Hott / rein oder raus ???

von snowman28

Egal ob nun Befürworter der Braunkohle oder Gegner, für beide Seiten ist dieses inzwischen tägliche Hickhack und die vorschnelle und oberflächliche Berichterstattung der lokalen Presse unerträglich geworden. Jeder Pfiff eines Spatzes vom Dach der brandenburger Staatskanzlei wird unrecherchiert als die "WAHRHEIT" und die "NEUIGKEIT" gepostet. Das ist für mich kein seriöser Journalismus!

Manipulation bei der LR

von unbekannt

Wo ist der ursprüngliche, der Original- Artikel vom 16.11.2011:
"Brandenburgs SPD verabschiedet sich von CCS-Kraftwerk"?
Beispiellose Verfahrensweise in der Presselandschaft!
Manipulierter Parteijounalismus ... ??? !!!
Tschüss professioneller Journalismus!
Tschüss LR!
Tschüss Herr Fischer!

halt typisch Lügen Rudi

von Dieter_Buddrus

Antwort auf folgenden Beitrag von unbekannt am 17.11.2011 10:00 Uhr

mehr gibt es dazu nicht zusagen. Und laut diversen Bekannten wurde in den letzten Tagen auch ein scheinbar brisanter (?) Artikel zur Polizeireform aus dem Onlineangebot der LR entfernt.

Nichts Neues

von Wanderfreund

Wer Teile des Landes zur Rohstoffkolonie degratiert offenbart immer
wieder sein politisches Armutszeugnis.

Willkommen in der Globalisierung...

von southpark

Antwort auf folgenden Beitrag von Wanderfreund am 17.11.2011 09:42 Uhr

Was meinste wo dein Sprit herkommt? So wie Schweden in DE, ist DE(EU) in SO-Asien. Da wird Urwald abgeholzt für Palmöl. Da nähen Kinder im Hinterhof deine Klamotten zusammen. Da buddeln Arbeiter "Seltene Erden" (unter Krebsrisiko) aus, nachdem sie gewaltsam umgesiedelt wurden, für hierher importierte Solarpanele.... und , und, und...
Obwohl hier werden ja auch zB. 36.000 Tonnen Nahrungsmittel pro Jahr und in einer Anlage für Bio-Gas vernichtet und auch noch als Innovation gefeiert. Die hungernden Afrikaner hätten da wohl andere Sorgen. Tja, grünes Gewissen muss man sich leisten können.
Da ist die schwedische "Rohstoffkolonie" hier schon fast human....

So war es, so ist es, so wird es bleiben.

von BerndMueller

Es kommt der Strom in die und aus der Steckdose, mit dem das meiste Geld zu verdienen ist.

Ja was denn nun, liebe SPD?

von Altanschliesser

Von der CCS-Technologie hat man sich verabschiedet, und ohne CCS soll es keine neuen Braunkohlekraftwerke geben. Soll nun der alte Ofen aus Jänschwalde die Zukunft der Braunkohleverstromung sichern? Wenn Vattenfall erst die Verschmutzungsrechte kaufen muss, ist Jänschwalde wirtschaftlich nicht mehr zu betreiben, das Ende der Braunkohle, zumindest an diesem Standort, ist vorprogrammiert. Die von der Landesregierung zum Abschuss freigegebenen Dörfer um Guben und Forst dürfen wieder Hoffnung schöpfen.

Dörfer um Guben und Forst dürfen wieder Hoffnung schöpfen

von Reisender

Antwort auf folgenden Beitrag von Altanschliesser am 16.11.2011 20:19 Uhr

@Altanschliesser. Im Gegendteil, das Hick-Hack in der Landespoltik geht einem langsam gewaltig auf den Senkel. ->
http://www.rbb-online.de/nachrichten/wirtschaft/2011_11/spd_dementiert_abkehr.html
Entweder weis Herr Platzeck und Genossen was sie wollen oder sie räumen wegen Uneinigkeit das politische Feld einer Landesregierung und überlassen die Zukunftsgestaltung denen die für Brandenburg mit klaren Zielen noch eine Zukunft sehen.

"Denen die für Brandenburg..

von crusader

Antwort auf folgenden Beitrag von Reisender am 17.11.2011 06:27 Uhr

mit klaren Zielen eine Zukunft sehen." Nicht schlecht, aber wer sind die?

...

von Xerxes

Ich finde es positiv, dass nun in der lr etwas ausgewogener über die braunkohleverstromung berichtet wird...

Wer erst alles dramatisiert, darf sich dann nicht wundern

von Dieter_Buddrus

zumal heutzutage Politik sowieso nur noch eine Show-Veranstaltung ohne Langzeitstrategie ist. Man versucht halt sich der aktuellen Stimmung der durch die Medien massiv verdummten und total manipulierten Wutbürger anzupassen. Verstand und Vernunft bleiben dabei natürlich auf der Strecke. Aber was solls: dank der 20/80 Gesellschaft müssen ja 20% die mit der Show eingebrockte Suppe nicht direkt auslöffeln. Und diese 20% werden auch immer ausreichend Geld selbst für extreme Energiepreise haben.

köstlich - mein Beitrag wurde verschoben

von Dieter_Buddrus

Antwort auf folgenden Beitrag von Dieter_Buddrus am 16.11.2011 16:33 Uhr

einen Hinweis für die Leser: mein Beitrag hier darüber hatte ich als Kommentar zu einem ganz anderen Beitrag der LR geschrieben. Da ging es noch um die totale Absage der SPD an die Braunkohle in der Lausitz und um die Abschaltung der Kraftwerke. Durch die Manipulationen der LR fehlt jetzt natürlich meinem Beitrag der relevante Sinn.

CCS adé

von Joerg1

Vielleicht sollte man statt Verpressung des CO2 die Versuche in Richtung technische Photosynthese vorantreiben oder die Bakterien ran lassen, das abgeschiedene CO2 aufzufressen. Eine weitere Abhängigkeit von Russland und seinem Erdgas (s. Gaskraftwerk) ist bestimmt der falsche Weg. Denn Putin und seine Kumpane haben keinen Respekt vor unseren Wertvorstellungen.

unsere Wertvorstellungen ? Was bitte soll der Blödsinn?

von Dieter_Buddrus

Antwort auf folgenden Beitrag von Joerg1 am 16.11.2011 12:02 Uhr

Aber lasse Dich ruhig weiter für ganz dumm verkaufen. Bei Dir schadet das sowieso nicht mehr. Kennst Du wohnt nicht: "Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuss; 300 Prozent und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“

vielleicht

von huepenbeker

Antwort auf folgenden Beitrag von Joerg1 am 16.11.2011 12:02 Uhr

solltest du einfach noch mal in die schule gehen, damit auch du verstehst warum dieser ganze mumpitz sinnlos ist. da brauchen auch keine bakterien ran....

die Erde ist eine Scheibe...

von snowman28

... das war so und wird immer so bleiben. Wenigstens eine "rote Socke" hat zumindest versucht, etwas für die Region zu machen. Aber gegen die "grüne Inquisition" gibt es derzeit kein Mittel, es sei denn, man verbündet sich mit dem Teufel...Oder treibt hier bereits der Teufel im "grünen Gewand" sein Spiel? Danke an die LR für das so furchteinflößende Foto vom KWJÄ. damit verliert ihr ganz sicher wieder ein paar Abonnenten. Also Ihr seid auf dem richtigen Weg. Bleibt die Frage, welcher Standort eher schließt: Teichland oder Straße der Jugend...

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