Brandenburg-SPD empfiehlt Stobrawa nach Stasi-Bericht den Rückzug
Regierungsfraktionen: Insgesamt kaum neue Erkenntnisse
Potsdam. Der Bericht zur Stasi-Überprüfung der Landtagsabgeordneten sollte aus Sicht der SPD in einem Fall zu Konsequenzen führen. SPD-Fraktionschef Ralf Holzschuher empfiehlt Gerlinde Stobrawa, Abgeordneter der Linkspartei aus dem Osten Brandenburgs, den Verzicht auf ihr Parlamentsmandat.
Ihre eigene Fraktion schickte den Vize-Chef Stefan Ludwig wohl auch vor die Presse, weil die Fraktionsvorsitzende Kerstin Kaiser selbst einst als inoffizielle Mitarbeiterin der DDR-Geheimpolizei tätig gewesen war. Ludwig sagte, die Linke, in deren Reihen insgesamt sechs Landtagsabgeordnete mit Stasi-Vergangenheit agieren, teile die „Bewertungen“ der Kommission nicht und halte deswegen auch keine Konsequenten für nötig. Aus Sicht der Fraktion kann die Abgeordnete genauso wie die anderen vier ehemaligen Mitarbeiter im Parlament bleiben, weil die über sie in der Studie veröffentlichten Fakten seit 1991 bekannt seien.
Die Opposition forderte insbesondere Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) auf, Stellung zu beziehen. CDU-Chefin Saskia Ludwig sagte, Ziel ihrer Partei sei ein „stasifreies Parlament“. Die FDP-Rechtsexpertin Linda Teuteberg verlangte auch bei den Abgeordneten Hans-Jürgen Scharfenberg und Axel Henschke Konsequenzen. Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Axel Vogel forderte, dass Platzeck mit seinem „Rumgerudere“ aufhöre und erkläre, was er von seinem Koalitionspartner erwarte.

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