300 Euro mehr in der Tasche
Caroline Seibt von der Hochschule Lausitz: erstes Deutschlandstipendium der Region
Cottbus Es ist ein nagelneues Mosaiksteinchen in Deutschlands unterentwickelter Stipendienkultur: das Deutschlandstipendium. Als erste Studentin der Lausitz und ganz Brandenburgs bekam es am gestrigen Freitag Caroline Seibt von der Hochschule Lausitz (FH) überreicht.
Möglich gemacht hat dies das neue Deutschlandstipendium, das zur Hälfte vom Bund und zur anderen Hälfte von Firmen, Stiftungen oder Privatpersonen finanziert wird. In Caroline Seibts Fall ist es die Finsterwalder Kjellberg-Stiftung, die Gesellschafteranteile von mehreren Unternehmen der Kjellberg-Gruppe unterhält, die zu den Marktführern im Plasmaschneiden und Schweißen zählen. Die Stiftung finanziert gleich neun Stipendien, davon sechs an der Hochschule Lausitz und drei an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus. „Wir versuchen, junge Leute zu unterstützen und zu begleiten, damit sie später unserer Region als Fachkräfte zur Verfügung stehen“, so Vorstandsvorsitzender Dr. Norbert Pietsch.
Brandenburg vergibt zum Sommersemester immerhin 25 Stipendien – und ist damit im Bundesvergleich vorn dabei, sagte Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) in Cottbus und verschwieg auch nicht die Proteste, die es anfangs gegen das Stipendium gab. So war unter anderem diskutiert worden, ob nicht eine Erweiterung des Bafögs mehr Studenten zugutegekommen wäre. Nun gehe es darum, in Deutschland eine Stipendienkultur aufzubauen, so Kunst. Dafür sei es nötig, dass sich Unternehmen oder Privatpersonen als Stipendiengeber bei den Hochschulen meldeten – möglichst für fächerungebundene Stipendien. Denn nu,wenn die Hochschulen ein Drittel davon vorweisen, fördere auch der Bund. Ansonsten könnten die Firmen Fächerwünsche äußern, die Hochschulen wählen die geeigneten Studenten aus.
Bei Caroline Seibt hätten ihre guten Leistungen und ihr gesellschaftliches Engagement den Ausschlag gegeben, sagte Prof. Günter H. Schulz, Präsident der Hochschule Lausitz. Denn die 28-Jährige habe sich nicht nur im Studierendenrat engagiert, sondern arbeite auch in der Freiwilligenagentur im Projekt „Lebenslanges Lernen“ mit.
Die BTU bekommt nach Auskunft von Vizepräsident Prof. Matthias Koziol bisher auch sechs Stipendien finanziert: Neben der Kjellberg-Stiftung zahlen die Kranunion GmbH und der Lausitzer FDP-Bundestagsabgeordnete Prof. Martin Neumann. Zunächst gelten die Stipendien ein Jahr. Die Kjellberg-Stiftung könnte sich vorstellen zu verlängern. Caroline Seibt würde es freuen.
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Erstellt am: 30. April 2011, 00:00 Uhr
Geändert am: 30. April 2011, 11:29 Uhr
Autor: Von Steffi Schubert

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