Fritz Handrow (CDU) ist seit 19 Jahren Bürgermeister von Kolkwitz
Kolkwitz
Wenn es um die vor drei Jahren geschlossene Oberschule in Kolkwitz (Spree-Neiße) geht, redet sich Fritz Handrow (CDU) in Rage. Er hofft künftig auf eine konstruktivere Schulpolitik ohne Schnellschüsse. Wer sich mit dem 58-Jährigen unterhält, spürt, dass dieser mit Leib und Seele Kolkwitzer ist. Am 27. September 2009 wurde er in seinem Bürgermeisteramt, das er seit 19 Jahren ausübt, mit 70 Prozent der Wählerstimmen bestätigt. Die RUNDSCHAU bat ihn zum Stichwort-Interview.
Fritz Handrow vor der ehemaligen Kolkwitzer Gesamtschule, die so schnell wie möglich wieder als Oberschule geöffnet werden soll. „Schüler haben wir genug“, sagt der Bürgermeister. Foto: M. Helbig Foto: M. HelbigLausitz: Die Lausitz ist mein Zuhause. Ich liebe an der Region das Vertraute, das Bodenständige. Ich selbst bin auch sehr bodenständig. Und mit zunehmendem Alter erkennt man auch Schönheiten dieser Landschaft, die man früher gar nicht wahrgenommen hat.
Heimat: Ich bin ein echter Kolkwitzer, hier geboren und bis auf Schule und Studium nie weg gewesen. Ich habe auch nicht den Wunsch verspürt, woanders hinzugehen. Höchstens mal kurz, aber dann war immer im Hinterkopf dieser Gedanke: Da gibt es ein Dorf, in dem du groß geworden bist. In Kolkwitz hast du Familie, Freunde, Bekannte, da hast du Vereine – da ist deine Heimat.
Probleme: Das größte Ärgernis ist für mich die Schließung unserer Schule vor drei Jahren. Es kann nicht sein, dass eine 10 000-Einwohner-Gemeinde keine Oberschule hat. Wir wollen unsere Schule zurück und haben das in Potsdam beantragt. Nach anfänglich rasanter Entwicklung backen wir bei der Ansiedlung von Unternehmen inzwischen leider kleinere Brötchen. Und uns belasten sich ständig ändernde Förderbedingungen. Sie machen es schwierig, langfristig zu planen, und zwingen uns manchmal, zu investieren, wo es nicht am nötigsten ist. Ich plädiere dafür, mehr Geld direkt an die Kommunen zu geben, die selbst am besten entscheiden können, was Vorrang hat.
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