Unicef fordert entschiedeneres Vorgehen gegen Kindesmissbrauch
Jährlich rund 223 Millionen Betroffene
Berlin
Das Kinderhilfswerk Unicef hat ein entschiedeneres Vorgehen gehen Kinderpornografie, Kinderprostitution und Kinderhandel gefordert. Im Jahr würden nach Schätzungen der Vereinten Nationen weltweit 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Jungen zum Sex gezwungen, heißt es im neuen Unicef-Report „Stoppt sexuelle Ausbeutung“.
Die Täter müssten über die Landesgrenzen hinweg verfolgt werden, forderte Unicef-Botschafter und Schauspieler Roger Moore am Dienstag in Berlin. Unicef-Geschäftsführerin Regine Stachelhaus verlangte ein systematischeres Vorgehen gegen Internet-Anbieter, die Seiten mit Kinderpornografie dulden.
„Männer auf der ganzen Welt müssen begreifen, dass der Missbrauch von Kindern und das Anschauen von Kinderpornos schwere Verbrechen sind“, sagte Moore. „Täglich werden weltweit 200 neue Kinderporno-Bilder ins Internet gestellt“, kritisierte auch Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU). 15 Millionen Abbildungen kursierten bereits im Netz – mehr als doppelt so viele wie 2007.
Im Unicef-Bericht wird deutlich, dass sexueller Missbrauch vor allem vernachlässigten Kindern droht. Besonders gefährdet seien sie in Ländern, in denen Tätern keine Strafverfolgung drohe und die Politik gleichgültig reagiere. Allein auf den Philippinen werden laut Unicef jedes Jahr bis zu 100 000 Kinder als Prostituierte ausgebeutet. In Kenia seien zwei Drittel der Sex-Kunden wohlhabende Touristen aus Industrieländern.
dpa/das
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