Rechte Hetze in der Oberlausitz
Die rechtsextremen Gruppierungen in der Oberlausitz zeigen eine zunehmende Tendenz, sich untereinander zu vernetzen.
Die rechtsextreme Szene, betonte der Dezernatsleiter, verfüge über einen sehr hohen Organisationsgrad und ebensolche Mobilität. „Das beweisen die Ereignisse vom Dezember, als die Rechtsextremen, anstatt wie vorgesehen in Bautzen zu demonstrieren, auf der Bergmannsparade in Mittweida auftauchten.“ Ähnliche Ereignisse habe es auch zuvor schon gegeben, Ausweichorte für ursprünglich in Bautzen geplante Kundgebungen waren dabei unter anderem Niesky (Niederschlesischer Oberlausitzkreis), Hoyerswerda und Riesa.
Die Zahl rechtsextremistisch motivierter Straftaten hat laut Günther im Jahr 2007 leicht zugenommen – „die genauen Zahlen hat das Innenministerium noch nicht freigegeben“. Sie bewegten sich aber etwa auf dem Niveau von 2005, als 80 derartige Delikte registriert wurden. 2006 war die Zahl auf 70 zurückgegangen. Zumeist handele es sich um das Zeigen oder Tragen verfassungsfeindlicher Symbole, beispielsweise des Hakenkreuzes.
Eine vor allem in der südlichen Oberlausitz zu beobachtende Tendenz sei das Bestreben rechtsextremer Kame rad schaften, Immobilien zu erwerben. „Davon sind zumeist leer stehende frühere Ferienheime betroffen, die sich gut als Schulungsheime eignen“, so Ralf Günther. Im Zusammenwirken mit dem Landesamt für Verfassungsschutz und den örtlichen Behörden seien derartige Übernahmen bislang verhindert worden. Steigend sei auch die Zahl der Skinheadkonzerte, von denen erst kürzlich eines in Horka (Niederschlesischer Oberlausitzkreis) aufgelöst werden konnte. Als weitere Schauplätze von Konzerten in den vergangenen Jahren nannte der Dezernatsleiter das Schloss in Kreckwitz (Landkreis Bautzen) sowie den Flugplatz Bautzen.
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Erstellt am: 09. April 2008, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. April 2008, 01:35 Uhr
Autor: von uwe menschner

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