Verbands-Chef Vetter bringt erneut Anbindung Richtung Spreewald ins Spiel / Sachsen startet Machbarkeitsstudie
Cottbus
Jahr für Jahr wird das Lausitzer Seenland zwischen Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) und Spreetal (Kreis Bautzen) weiter verbunden. Zwölf schiffbare Kanäle sollen dafür sorgen, dass die Seenkette einmal ein Anziehungspunkt für Tausende Touristen wird. Nachdem auf sächsischer Seite kürzlich der Wunsch nach weiteren Kanälen geäußert worden ist, hoffen nun auch die Brandenburger wieder auf eine Anbindung bis zum Spreewald.
Die Seenland-Verbinder: Der Überleiter 6, der bis 2011 fertiggestellt werden soll, wird einen Kanal zwischen dem Neuwieser und dem Partwitzer See (beide Kreis Bautzen) schaffen. Foto: Sascha Klein Foto: Sascha Klein
Laut aktuellen Planungen verbindet der westlichste der schiffbaren Kanäle im Lausitzer Seenland bei Großrä schen einmal den Ilse-See mit dem Sedlitzer See (beide Oberspreewald-Lausitz). Dafür queren die Bauarbeiten nicht nur die Bundesstraße 169, sondern auch die Strecke der Deutschen Bahn. Doch Michael Vetter, Vorsteher des Zwecksverbands Senftenberger See (ESS), hat kürzlich erneut eine weitere Anbindung der Seenlandschaft Richtung Spreewald ins Spiel gebracht. Vor dem Regionalen Wirtschaftsclub des Bundesverbands für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA) sagte Vetter, der Anschluss des Seenlandes an die Spree sei noch nicht vom Tisch. „Vor zehn Jahren hatte auch niemand damit gerechnet, dass der Überleiter 12 einmal gebaut werden würde.“ Der Überleiter 12, zurzeit im Bau, wird den Senftenberger See mit dem in den Kreisen Oberspreewald-Lausitz und Bautzen gelegenen Geierswalder See verbinden.
Erweiterung sinnvoll
Bei einer Verbindung des Seenlandes mit dem Gewässersystem des Spreewalds könnten zwei Seen profitieren, die bislang nur am Rande der Seenkette gelegen haben. Eine Erweiterung nach Norden hätte zur Folge, dass der Altdöberner See und der Gräbendorfer See per Schiff erreichbar wären. „Aus touristischer Sicht ist eine solche Anbindung sinnvoll“, sagt die Senftenberger Landtagsabgeordnete Martina Gregor-Ness (SPD). „Schließlich käme die Region somit näher an den Berliner Markt heran“, betont sie. Bislang sei für Kanuten kurz hinter dem Spreewald in Richtung Süden Schluss – obwohl es nur rund 30 Kilometer Entfernung bis zum Seenland sind.
Eine Frage des Wollens
Für den Bergbausanierer Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) ist ein Bau von Überleitern Richtung Altdöbern und Gräbendorf laut Sprecher Uwe Steinhuber zurzeit auch nur eine „Zukunftsvision“. „Aber die LMBV ist dafür bekannt, langfristig Ideen, wenn denn bezahl- und machbar, im Auftrag des Landes Brandenburg umsetzen zu können.“ Steinhuber zufolge müssten vor allem aus der Politik deutliche Impulse kommen, um dieses Projekt voranzutreiben. Sinn hat eine Verbindung von Seenland und Spreewald aus LMBV-Sicht, da dies „neue Chancen für das Lausitzer Seenland aufschließen würde“, so Steinhuber weiter. Eine Finanzierung weiterer Kanäle sei über Paragraf-IV-Mittel eines noch abzuschließenden Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung nach 2012 denkbar – sofern es von der Politik gewünscht sei. Die LMBV rechnet im Falle einer Entscheidung für weitere schiffbare Verbindungen mit dem Bau nicht vor 2015. Vor allem ein Kanal zwischen Großräschen und Altdöbern wäre kompliziert. So wäre der Lausitzer Grenzwall zu überwinden. Zudem sind zwischen Ilse-See und Altdöberner See neben 16 Kilometern Strecke auch fast 20 Höhenmeter zu überwinden.
Nicht allein in Brandenburg gibt es Bestrebungen, die Seenkette zu verlängern – auch in Ostsachsen. Kürzlich hatte der Lohsaer Bürgermeister Udo Witschas (CDU) eine Offensive gestartet und eine Erweiterung des Seenlands in südöstlicher Richtung bis zum Bärwalder See (Kreis Görlitz) ins Gespräch gebracht (die RUNDSCHAU berichtete). Michael Vetter begrüßt diesen Schritt. „Wenn von Witschas' Vorstellungen nur die Hälfte wahr wird, wäre es ein großer Gewinn“, sagt er.
Sachsen genehmigt Studie
Indes hat das sächsische Wirtschaftsministerium eine Machbarkeitsstudie zur Erweiterung der Seenkette in Sachsen genehmigt. „Die Beauftragung der LMBV zur Ausschreibung und Vergabe der Machbarkeitsstudie erfolgt in Kürze“, so Pressereferentin Katja Mäder. Ob das Wirtschaftsministerium den Bau weiterer Überleiter befürwortet, hänge vom Ergebnis der Studie ab, heißt es.
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