LMBV sieht kein Erdrutsch-Risiko für Lausitzer Revier
Mögliche Hohlräume sind laut Bergbausanierer durch Großtagebaue bereits überbaggert
Region
Nach der Rutschungs-Katastrophe in Nachterstedt hält es die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) für undenkbar, dass sich solch ein Unglück auch am Rand einer ausgekohlten Grube in der Region wiederholen könnte. „In der Lausitz ist solch ein Szenario aus unserer Sicht unmöglich“, sagte LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber am Sonntag auf RUNDSCHAU-Nachfrage.
Seinen Angaben zufolge ist in der Lausitz an keinem der Bergbaufolgeseen Wohnbebauung so nahe an der Grubenkante wie in Nachterstedt. „In der Lausitz sind diese Bereiche sicher“, betont Steinhuber weiter. Anwohner seien nicht in Gefahr. Rutschungen, bei denen Wohnhäuser zerstört worden sind, hat es in der Lausitz noch nicht gegeben.
Mit Unwegbarkeiten auf früheren Tagebau-Flächen muss der Bergbausanierer jedoch seit 15 Jahren leben. Erst im Januar war eine 27 Hektar große Fläche im ehemaligen Tagebau Seese-West bei Calau (Oberspreewald-Lausitz) abgerutscht. Die Ursachen sind noch unklar. Diese Flächen waren bereits aus der Bergaufsicht entlassen worden. Probleme mit Rutschungen hat es in den vergangenen Jahren vor allem am Altdöberner See (Oberspreewald-Lausitz), dem früheren Tagebau Greifenhain, gegeben. Dort waren im November 2008 rund 100 000 Tonnen Erde ins Rutschen gekommen. Abbrüche während der Grundsanierung alter Tagebaue hat es immer wieder gegeben. Am Koschendamm, zwischen dem Sedlitzer und Partwitzer See, waren im Januar 1997 rund zehn Hektar Fläche in Bewegung geraten, im Jahr 2004 eine Kreisstraße nahe Knappenrode (Kreis Bautzen) auf 50 Metern Länge abgerutscht.
Noch heute sind vor allem Altbergbaugebiete rutschungsgefährdet. Dazu zählen unter anderem der Knappensee bei Hoyerswerda (Kreis Bautzen), der durch eine unkontrollierte Flutung im Mai 1945 entstanden ist, und die Insel im Senftenberger See (Oberspreewald-Lausitz). Dort ist die LMBV originär nicht zuständig. Aufgrund der Gefahren am Knappensee, der seit Jahrzehnten Urlauberdomizil ist, laufen dort inzwischen Sicherungsmaßnahmen.
Dass es unter sanierten Flächen Hohlräume aus Bergbautätigkeiten Anfang des 20. Jahrhunderts geben könnte, hält die LMBV für ausgeschlossen. „Die sind spätestens dann überbaggert worden, als die Tagebaue auf das zweite Lausitzer Flöz gestoßen sind“, so Steinhuber.
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