Lausitzer Kommunen planen Millionen-Investitionen für Seenland-Erschließung
An einigen der neuen Bergbaufolgeseen zwischen Großrä schen (Oberspreewald-Lausitz) und Boxberg (Kreis Görlitz) scharren sowohl Regionalplaner als auch Bootsliebhaber mit den Hufen. Mit dem Wasser kommen auch die Ideen von Stadthäfen, Seebrücken und Anlegestellen. Während in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) und Großräschen in den kommenden Jahren mit dem Bau begonnen werden soll, begeben sich die Wassersportler in Klitten bereits aufs Wasser des Bärwalder Sees.
Wovon Städte wie Senftenberg und Großräschen im Lausitzer Seenland noch träumen, ist rund 60 Kilometer weiter östlich bereits Realität. Seit Mitte 2008 gibt es im Boxberger Ortsteil Klitten den Hafen. 91 Liegeplätze stehen am Bärwalder See zur Verfügung, die Nachfrage ist groß. Erst vor rund zehn Tagen hat der Wassersportverein Bärwalder See, der Betreiber des Hafens und der Anlegestellen in Boxberg und Uhyst, die zweite Saison an Sachsens größtem Gewässer eingeläutet. Drei Millionen Euro hat das Projekt bis zum Start im Juli 2008 verschlungen, fast 90 Prozent waren Fördermittel. Etwa 300 000 Euro hat der Zweckverband Landschaftspark Bärwalder See aufgebracht. Hoffnung auf 2010In Senftenberg gibt es die Vorstellungen für den Stadthafen bislang nur auf dem Papier. Jedoch planen Stadtverwaltung und der Zweckverband Erholungsgebiet Senftenberger See (ESS) Großes – baulich wie finanziell. Eine fünf Meter hohe Seebrücke (siehe Bild rechts) und Liegeplätze für 120 Boote sollen in den kommenden Jahren entstehen. Geplant sind Gesamtinvestitionen in Höhe von rund neun Millionen Euro, sagt Volker Mielchen, Leiter Bereich Infrastruktur beim ESS. Bis zum Herbst dieses Jahres soll die Genehmigungsplanung stehen, die Verantwortlichen hoffen auf einen ersten Spatenstich im Spätsommer 2010. Die Vorstellung der Stadtverwaltung: Der Hafen bildet einen weiteren Höhepunkt im Seenland und belebt zudem die Senftenberger Innenstadt, die nur wenige Hundert Meter entfernt ist. Obwohl der See bereits seit 1973 Erholungsgebiet für Zehntausende ist, macht erst die Vernetzung des Gewässers mit der entstehenden Lausitzer Seenkette diesen Schritt interessant. Zurzeit laufen die Arbeiten für den Überleiter 12, der Geierswalder und Senftenberger See verbindet.Neuer Stadtteil entstehtAls See-Stadt präsentiert sich auch Großräschen – am Rande des früheren Tagebaus Meuro. Rund um die IBA-Terrassen der im Jahr 2010 endenden Bauausstellung sollen laut Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) in den kommenden Jahren ein Hafen und eine Mehrzweckhalle für rund vier Millionen Euro entstehen. Bereits im Entstehen ist eine Eigenheimsiedlung in Seenähe – ein neuer Stadtteil. In den 80er-Jahren war Großräschen-Süd, das frühere Bückgen, abgebaggert worden.„Für den Hafen gibt es zwei Ausbaustufen“, sagt Zenker. Der „Innere Hafen“, der in unmittelbarer Nachbarschaft zu den IBA-Terrassen gebaut werden soll, sei für rund 80 Boote konzipiert. Stellt sich heraus, dass mehr Bedarf besteht, werde das Projekt „Äußerer Hafen“ in Angriff genommen. Kostenschätzungen gibt es Zenker zufolge bislang nur vereinzelt. Für die Kaimauer des Hafens seien 1,5 Millionen Euro veranschlagt. „Wir haben das Glück, dass wir einige Synergieeffekte nutzen können, da die LMBV am Ilse-See noch mit der Grundsanierung beschäftigt ist“, so der Verwaltungschef.Mehr zum Seenland unterwww.lr-online.de/topthema
Futuristischer Blick auf Senftenberg: Das Aushängeschild des geplanten Stadthafens Senftenberg soll die bis zu fünf Meter hohe Seebrücke werden. Grafik: IBAAusblick Richtung Senftenberger See: So könnte der Stadthafen mit den rund 120 Liegeplätzen aussehen. Das Gesamtprojekt soll neun Millionen Euro kosten. Grafik: IBAZukunft in Großräschen: Direkt am zukünftigen Hafen entsteht wenige Meter vom Ilse-See-Ufer entfernt die neue Mehrzweckhalle. Im Hintergrund ist das Seehotel. Modell: Planungsbüro Joswig
Jüngste Kommentare
Zu diesem Artikel sind noch keine Beiträge vorhanden