02. Februar 2012, 00:00 Uhr

Widersprüchliches Wirken des „Alten Fritz“

Bahnstromnetz dient der Verteilung Ulrich Constantin aus Cottbus schreibt zu „Ökostrom in der Netzfalle“ (RUNDSCHAU vom 17. Januar) und zur Idee, Strom über das Stromnetz der Bahn zu transportieren: Der ungebremste und staatlich geförderte Ausbau der Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie, vorwiegend im nördlichen Teil der Bundesrepublik, hat dazu geführt, dass hier ein Überangebot besteht.

Demgegenüber wäre genügend Bedarf dafür im höher industrialisierten und bevölkerungsreicheren Süden vorhanden. Das bestehende deutsche Hochspannungsnetz lässt aber einen verstärkten Transport von Elektroenergie in der Nord-Süd-Richtung nicht mehr zu. (. . .) Nun glauben findige Leute in bundesdeutschen Ministerien, eine praktikable, leicht verfügbare und vor allem wenig kostenaufwendige Lösung gefunden zu haben, die zudem auch noch – umweltfreundlich – durch keine neuen Hochspannungsleitungen die Landschaft beeinträchtigt. Dazu fiel ihnen die Deutsche Bahn AG ein. Da ja bereits auf fast allen wichtigen Eisenbahnstrecken elektrisch gefahren wird, existiert dafür auch ein Bahnstromnetz. (. . .) Das Bahnstromnetz ist aber auf Grund seiner – im Vergleich zum öffentlichen Hochspannungsnetz – niedrigen Spannung (110 KV) ein Verteil- und kein Übertragungsnetz. Dieses Netz der Deutschen Bahn ist für einen Stromtransport über mehr als 70 Kilometer also überhaupt nicht geeignet. Wegen Überalterung zum Beispiel der Eon-Kraftwerke im Ruhrgebiet hat die Bahn bereits jetzt Bedenken, ihren Strombedarf in den nächsten Jahren ausreichend decken zu können, wenn dort nicht neue, moderne Erzeugerkapazitäten hinzukommen. (. . .)

Wer den Umzug nach Potsdam bezahlt

Dr. med. Christian Helke aus Cottbus schreibt zum Beitrag „Ärztekammer will weg aus Cottbus“ (RUNDSCHAU vom 17. Januar):

Weder die Kassenärztliche Vereinigung noch die Landesärztekammer Brandenburg haben Geld zu verschenken, natürlich nicht! Und wenn man keines hat, holt man es sich eben. Zum einen durch Gestaltung der Mitgliedsbeiträge im Falle der Landesärztekammer, zum anderen im Falle der Kassenärztlichen Vereinigung durch Gestaltung der Verwaltungskosten. Aktuell liegen die bei 2,3 Prozent vom Honorar plus neu 400 Euro pauschal pro Jahr. Die 400 Euro pro Jahr und Arzt liegen zeitlich verdächtig nah am Entscheid zum KV-Neubau. Es darf gewettet werden, wie sich die Verwaltungskosten in den kommenden Jahren entwickeln werden. Ein Bau wird bekanntlich immer teurer als geplant. . . Über zu erwartende Honorarkürzungen möchte ich nicht spekulieren. Aber man arbeitet an einem neuen Honorarverteilungsvertrag. Insofern scheint die Sache mit dem Umzug der Landesärztekammer nach Potsdam schon entschieden, es scheint da kein Regulativ zu geben. Und, die Betroffenen werden sich auch nicht zur Wehr setzen, weil sie nicht die Kraft und die Zeit dafür aufbringen können. (. . .) Günstiger wäre mit Sicherheit ein Umzug der Kassenärztlichen Vereinigung nach Cottbus gewesen. Da hätte man zumindest nicht so horrende Summen für den Grundstückskauf aufwenden müssen.

Widersprüchliches Wirken des „Alten Fritz“

Zum 300. Geburtstag von Friedrich II. äußert sich Hans Stolze aus Lübbenau:

(. . .) Wenn auch oberflächlich betrachtet in seiner Zeit der Einfluss militärischer Prinzipien vorherrschend war, so ist der Ausbau der Großmachtstellung von Preußen gegenüber Österreich, Frankreich und Russland als eine Stärkung Europas zu betrachten. Ein besseres Verständnis der Weltgeschichte erfährt man auch, wenn man sich mit dem Wirken des „Alten Fritz“ bei der Reformierung der Wirtschaft, des Rechtswesens in Heer und Verwaltung beschäftigt. Ohne einige Erneuerungen aus der damaligen Zeit wie die Vereinheitlichung von Maßen und Gewichten und der Ausbau von Verkehrswegen wären heute Fortschritte (. . .) so gar nicht möglich. Selbst an der Erschließung des Spreewaldes hat die Siedlungspolitik von damals großen Anteil und ist für viele Menschen ein neuer Lebensraum geworden. So widersprüchlich dieser damalige Geschichtsverlauf durch die heutige Generation bisher zur Kenntnis genommen worden ist – ein Fortschritt insgesamt war die Regierungszeit Friedrich II. allemal.

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Erstellt am: 02. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 02. Februar 2012, 02:46 Uhr
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