Kaum Geld, keine Kompromisse
Mit einem sensationellen Dreifachsieg hat der als Außenseiter gehandelte Rick Santorum bei den Vorwahlen in den USA das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner wieder spannend gemacht. Santorum ist ein Mann, der verblüfft: Obwohl er kaum Geld und keine ernstzunehmende Wahlkampf-Maschinerie im Rücken hat, hat der 53-Jährige im Vorwahl-Rennen der US-Republikaner für eine Überraschung gesorgt.
Der ehemalige Senator von Pennsylvania kommt bei seinen Anhängern an, weil er polarisiert. Kritiker werfen ihm eine fast archaisch anmutende Religiosität vor. Außerdem hat er den Ruf eines kompromisslosen Hardliners.
In Grundsatzfragen kennt der Volkswirt und Rechtsanwalt keinen Mittelweg: Ginge es nach ihm, wären Abtreibungen auch bei Vergewaltigungen und Inzest verboten. Beim Thema Abtreibung verweist er auch auf sein eigenes behindertes Kind. Bekannt ist er auch für seine strikte Ablehnung von Homosexualität. Darüber hinaus verficht er das Recht jedes Amerikaners, eine Waffe zu besitzen.
Seine Rhetorik ist hart: Er lehnt einen raschen Abzug aus Afghanistan ab und sagt, dass die Truppen so lange im Land bleiben sollten, bis die Taliban „kastriert sind“. Das weltweit kritisierte Gefangenenlager Guantánamo solle bestehenbleiben, weil er „harte Verhörmethoden“ befürworte. Beim Thema Iran sind militärische Mittel für ihn nicht vom Tisch. Der Iran führe seit der islamischen Revolution von 1979 „Krieg gegen die USA“.
Santorum ist seit 21 Jahren mit seiner Frau Karen verheiratet, das Paar hat sieben Kinder. Mit 32 wurde er Mitglied im Repräsentantenhaus, zwölf Jahre saß er im Senat. Er sei schon eine Art Tea-Party-Politiker gewesen, bevor es die Bewegung der äußersten Rechten überhaupt gegeben habe, schrieb ein Reporter der „Washington Post“ einmal über ihn.
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Erstellt am: 09. Februar 2012, 00:00 Uhr
Geändert am: 09. Februar 2012, 08:39 Uhr
Autor: dpa/sm

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