14. Mai 2009, 00:00 Uhr

Heiße Luft

Ganz früher, also im finalen Lebensabschnitt des Arbeiter-und-Bauernstaates DDR, gab es nur noch wenig, wofür es sich zu werben lohnte. So behalfen sich die Menschen selbst.

Zum Beispiel mit dem schönen Spruch: „Ruhla-Uhren gehen nach wie vor.“ Heutzutage werden wir von Werbung überschwemmt, was aber auch nicht unbedingt immer sinnstiftend sein muss. Guido Westerwelle zum Beispiel findet, dass die Sozialdemokraten der beste Helfer für seine Liberalen im Europawahlkampf sind. „Finanzhaie würden FDP wählen“, haben die Genossen plakatiert. Natürlich um der FDP eins auszuwischen. „Ein echter Glücksfall“, sagt dagegen Westerwelle. Schließlich sei jetzt überall „FDP wählen“ zu lesen, wofür man noch nicht einmal bezahlen müsse. SPD-Sympathisanten geben sich bereits besorgt. Im Internet schildern Parteigänger, dass das gleiche Plakat auf die Linken gemünzt („Heiße Luft würde Die Linke wählen“) ebenfalls einen völlig gegensätzlichen Schluss hinterlässt. Im Vorbeifahren werde nur „SPD – heiße Luft – Linke wählen“ wahrgenommen.

Nun, der Wahlausgang am 7. Juni wird zeigen, ob es sich tatsächlich um einen Rohrkrepierer handelte. Was gut ist, setzt sich durch – Ruhla-Uhren gehen jedenfalls nach wie vor.
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Erstellt am: 14. Mai 2009, 00:00 Uhr
Geändert am: 14. Mai 2009, 15:17 Uhr
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