Guter Tag für Väter
Die Koalition und die Neuordnung des Sorgerechts
Kommentar Wenn die von der schwarz-gelben Koalition angekündigte Sorgerechtsreform tatsächlich Anfang des kommenden Jahres im Gesetzblatt stehen sollte, dann ist das ein guter Tag für viele Väter. Die bisherige Rechtsprechung, die ja bereits vom Bundesverfassungsgericht und Ende vergangenen Jahres Jahres vom Europäischen Gerichtshof beklagt worden ist, ist diskriminierend – und zwar für Väter und Mütter.
Unverheiratete Väter haben derzeit fast keine Chance, am Sorgerecht teilzuhaben, solange die Mutter das nicht will. Geschiedene Eltern müssen sich indes bei wichtigen Entscheidungen für das Kind einigen, weil bei ihnen das gemeinsame Sorgerecht die Regel ist. Das ist nicht mehr einzusehen, weil es auch nicht mehr zeitgemäß ist: Familie in Deutschland definiert sich schon lange nicht mehr nur über den Trauschein; immer mehr Kinder haben Eltern, die nicht verheiratet sind. Somit entsprechen die bisherigen Regelungen kaum mehr der Lebenswirklichkeit vieler Menschen im Land. Die Regierungskoalition tut gut daran, das endlich zu ändern und gleichzeitig mit einer irrigen Annahme aufzuräumen: Dass allein die Mutter am besten weiß, was gut ist für das Kind. Wer mit diesem merkwürdigen Ideal bricht, schafft zugleich auch mehr Gleichberechtigung - Frauen werden nämlich nicht mehr nur aufs Muttersein reduziert. Sondern sie können und müssen die Verantwortung für das Kind teilen, wenn ledige Väter in Zukunft mit den Müttern ihrer Kinder auf eine Stufe stehen. Das ist gut so. Dem Kindeswohl ist damit am besten gedient. Nicht immer, gewiss. Aber immer öfter.
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Erstellt am: 26. Juli 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 26. Juli 2010, 09:49 Uhr
Autor: Von Hagen Strauß

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