Es hat es auch in sich, dieses derzeitige Wetter. Nach dem langjährigen Durchschnitt würden heute in Cottbus acht Grad erreicht und der Gefrierpunkt nicht unterschritten. Nach den Vorhersagen wird es wieder mal unterdurchschnittlich und frostig. Wenigstens hält sich ansonsten die Natur an ihren Fahrplan, und wir können uns jeden Tag ein wenig länger die Folgen bei Licht besehen. Das immerhin ist doch schon ein Hoffnungsschimmer und legt die Schlussfolgerung nahe, dass es mit Sicherheit so nicht weitergeht. Und im Übrigen stellt sich sowieso die Frage, worüber wir wohl mit solcher Leidenschaft reden würden, wäre da nicht dieses Wetter. Über Guido Westerwelle oder den Papst oder die Bundesliga? Das alles ist vergleichsweise wirklich langweilig. Das verbindet auch gar nicht. Das hat keinerlei Tiefgang und ist schon bald Schnee von gestern. Aber von diesem Winter könnten wir doch noch lange zehren, und falls wir ihn mal vergessen sollten, haben wir ja die Schlaglöcher als Erinnerungsstütze. Die bleiben uns noch lange erhalten als gefühlte Werte. Und irgendwann werden wir dann wohl sagen, wir sind dabei gewesen.
Von Johann Legner
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