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Gefahr von rechts außen

Israel wird seine Truppen aus dem Gazastreifen und Teilen des Westjordanlandes abziehen und ab 15. August die 25 Siedlungen dort räumen. Ariel Scharon zeigte sich bisher unbeeindruckt von der zunehmenden Opposition zu seinen Plänen.

02.07.2005
Das Volk, das auserwählte Volk Israel, sei nicht dazu befragt worden und wolle all dies nicht, argumentieren insbesondere die religiösen Gegner von Scharons Loslösungsplan. Und sie kämpften mit allen – zunehmend illegalen – Mitteln – gegen diesen an. Im Namen des Volkes, das unsicherer wurde und dessen Zustimmung zu Scharons Plänen abnahm.
Nun ist die Trendwende da – den gewaltbereiten Rechtsex-tremen, den sich nicht oder nur halbherzig von ihnen distanzierenden nationalistischen Siedlern sei Dank. Die einen haben die imaginäre „rote Linie“ überschritten, die anderen sie nicht daran gehindert.
Der versuchte Lynchmord an einem jungen Palästinenser, die Prügel jugendlicher Mädchen gegen Soldaten, der skrupellose Einsatz kleiner Kinder bei den Straßenblockaden – dies alles an einem
Tag – war zu viel für die Bevölkerung. Das Volk will nämlich nur eines: den Sommer friedlich überstehen, nicht um Gesundheit und Leben uniformierter Verwandter und Freunde bangen müssen.
Israel steht ein heißer Spätsommer bevor. An dessen Ende werden weder Soldaten noch Siedler weiter über 1,3 Millionen Palästinenser im Gazastreifen herrschen, die Soldaten der Hölle namens Gaza entronnen sein. Das von den Siedlerführern herbeigewünschte nationale Trauma aber wird sich in ganz anderer Form einstellen, als von ihnen angestrebt. Sie hoffen, dass dieses Trauma genügen wird, um nur schon den Gedanken an weitere Rückzüge im Westjordanland nicht aufkommen zu lassen. Doch große Teile der Bevölkerung sind jetzt schon traumatisiert: von der menschenverachtenden Gewalt von rechts außen.
 
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