Historische Gartenpläne von Lenné und die sehr heutige E-Mail-Malerei des Hallenser Künstlers Moritz Götze bildeten die anregende Kulisse für den Donnerstagabend in der Branitzer Gutsökonomie. Das Auditorium hatte das Bildnis des Schöpfers der Gartenlandschaft im Cottbuser Osten während des ebenso tiefgründigen wie launigen Vortrags von Prof. Dr. Michael Seiler stets vor Augen. Der Gartenhistoriker hat sich vor allem als Erforscher und Wiederhersteller von Gartenanlagen Peter Josef Lennés einen Namen gemacht. Sein Thema war deshalb nur folgerichtig die mit Herz gelebte und fruchtbringende Konkurrenz zwischen Pückler und dem Generalgartendirektor Lenné.

Eine Spende der Gebäudewirtschaft Cottbus hat den Ankauf des kleinen Pücklerporträts von Moritz Götze möglich gemacht. Dadurch konnte die Sammlung der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz um ein farbenfrohes Bild mit Bezug zur Gegenwart ergänzt werden.

Moritz Götzes Pückler soll seinen Platz im Billardzimmer des Schlosses finden, erklärt Stiftungssprecher Matthias Körner auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Vom kommenden Dienstag an werde es dort die Besucher empfangen.

Das Bild, das sich vom Motiv her an der bekannten Pückler-Darstellung in orientalischem Kostüm orientiert, sei Teil des "Preußischen Walhalla", erklärte die Potsdamer Galeristin Friederike Sehmsdorf bei der Übergabe des Werks an Stiftungsdirektor Gert Streidt.

Moritz Götze, der für seine pointierte, mit Lust am Tabubruch inszenierte Persiflage nationaler Geschichtsmythen bekannt ist, hatte in Neuhardenberg vergessene Szenerien und nachhaltige Legenden der preußischen Geschichte sowie prominente Akteure gezeigt, darunter eben auch den Fürsten Pückler, der nun ganz folgerichtig den Weg nach Branitz gefunden hat.

Dem von Peter Joseph Lenné und Hermann Fürst von Pückler-Muskau gestalteten Schlosspark von Neuhardenberg hatte sich auch Prof. Seiler in seinem Vortrag gewidmet.

Vor dem Bildnis des prominenten Gartenkünstlers, Autors und Weltenbummlers, das sich erfrischend undramatisch zeigt. Was sich schon in dem auf einem Säbelknauf ruhenden Pücklereis zeigt.

"Moritz Götze schafft ein Paralleluniversum der Malerei", erklärte Friederike Sehmsdorf. Er führe ein großes Publikum an die Kunst heran und wecke vor allem bei jungen Leuten Lust auf Kunst und Geschichte. Auch deshalb ist das Bild nun am richtigen Ort.