Die einen glauben, dass unser Leben auf ein Ende zugeht und möglicherweise irgendeine Form von Erinnerung bleibt. Andere glauben: Mit dem persönlichen Tod ist noch nicht das letzte Wort gesprochen - da kommt noch was! Beide Formen von Glauben sind letztlich nicht beweisbar, wie etwa eine naturwissenschaftliche Erkenntnis.Am Sonntag vor dem 1. Advent wenden sich die Christen in besonderer Weise diesen letzten Fragen zu. Die evangelischen Christen begehen am 22. November den Ewigkeitssonntag.Die katholischen Christen feiern am selben Tag den Christ- König-Sonntag. In beiden Kirchen geht es um den gleichen Glaubensinhalt, der besagt: Am Schluss steht nicht das Ende sondern ein Ziel. Dieses Ziel heißt: Lebendige Gemeinschaft mit Gott und miteinander. Das, was am Anfang der Schöpfung begonnen hat, wird der von den Toten auferstandene Jesus Christus am Ende der Zeit, wie ein gütiger König, vollenden - auch mein persönliches Leben. Dieser König ist der sogenannte Schutzpatron der katholischen Gemeinde in Lauchhammer. So feiern wir am Sonntag das Patro natsfest. In diesem Jahr können wir es zusammen mit unserem Bischof, Dr. Gerhard Feige, aus Magdeburg, feiern. Er wird beim Festgottesdienst um 10 Uhr zehn jungen Christen das Sakrament der Firmung spenden. Das Wort "Firmung" kommt vom lateinischen "firmare = befestigen". Die jungen katholischen Christen erneuern durch ein persönliches Bekenntnis dem Bischof und der Gemeinde gegenüber ihren Taufglauben. Danach werden sie durch den Bischof mit einer heiligen Salbung bestärkt.Mit der Taufe werden Menschen zu Christen - das heißt, sie werden durch den Glauben Schwestern und Brüder von Jesus Christus. Und wenn wir denn diesen Glauben ernst nehmen, dann "automatisch" auch Königinnen und Könige.Mit dieser Würde dürfen gläubige Christen ihren Lebensweg gehen - nicht auf ein Ende, sondern auf ein Ziel hin.*Werner Hilbrich ist katholischer Pfarrer in Lauchhammer und Ortrand