Mehr als 500 000 Euro soll die Sanierung des Stadthauses 3 kosten. Vetschau hat dafür den Eigenanteil von einem Drittel aufzubringen. Dass es letztlich bei dieser Summe bleibt, glauben Ulrich Lagemann (WGO) und Winfried Böhmer (Bündnisgrüne) nicht. Wenn es auch verlockend klinge, das Stadthaus sanieren zu wollen, so klagen sie doch über Bauchschmerzen, wenn sie an die noch ungeklärte Nutzung und die Folgekosten denken.

Nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung könnten der touristische Info-Punkt, eine Heimatstube mit Ausstellung von Exponaten, die bislang für Besucher nicht zugänglich sind, das Stadtarchiv und das Weißstorchzentrum einziehen. Dazu allerdings hat sich der Vorstand des Nabu-Ragionalverbandes noch nicht festgelegt. Winfried Böhmer geht davon aus, dass sich im Falle eines Umzugs des Storchenzentrums von der Drebkauer Straße ins Stadthaus der Bezug zu den Internet-Störchen verliert.

Wie und wann auch immer die Entscheidung dazu fallen wird - Gunther Schmidt (CDU) regt an, Visionen zum Stadthaus zu haben. "Wir sollten festhalten, welches Raumangebot wir in den nächsten Jahren brauchen. Bis heute betreiben wir zum Beispiel kein touristisches Informationszentrum", sagt er. Uwe Jeschke (SPD) kann sich für die Ideen der Verwaltung durchaus erwärmen, jedoch müsse die Nachnutzung klar sein, bevor dazu Beschlüsse gefasst werden. Karola Schmidt (Linke) hält es für angebracht, den gesamten Tourismus in Vetschau und den Ortsteilen auch dabei im Auge zu behalten.

Roland Dabow als sachkundiger Einwohner regt an, doch mal die Vetschauer selbst zu fragen, welche Ideen sie für das Stadthaus 3 haben. "Wir sollten das Stadthaus in jedem Fall sanieren. Nicht, dass in den nächsten zwei, drei Jahren jemand mit einer guten Idee kommt und fragt, warum wir nicht saniert haben", gibt er zu bedenken.

Frederico Graf zu Lynar (CDU) zählt ebenfalls zu den Sanierungs-Befürwortern, jedoch rechnet auch er "mit höheren Kosten von insgesamt einer knappen Million Euro". Weil es noch keine genauen Angaben zur Finanzierung gibt, einigten sich alle darauf, schnellstmöglich einen Planer mit der Kostenanalyse und einer Entwurfsplanung zu beauftragen.