Es ist knapp elf Jahre her, dass beim Frühlingsfest in Doberlug eine besondere Brautmodenschau für Aufsehen sorgte. Knapp 30 junge Frauen aus Doberlug-Kirchhain hatten auf dem Laufsteg Hochzeitskleider vergangener Jahrhunderte gezeigt. 2014 gibt es eine Neuauflage. "Im Wandel der Zeit" heißt es wieder am Samstag, 15. März, wenn im Refektorium am Schloss die 6. Niederlausitzer Hochzeitsmesse stattfindet. Die Fäden zieht wie schon vor elf Jahren Wieslawa Heydel-Waberska. Mit einer gehörigen Portion Messeerfahrung, gesammelt in den vergangenen Jahren, feilt sie mit vielen Helferinnen am Höhepunkt der diesjährigen Hochzeitsmesse.

Drei Museumsexemplare

Knapp 30 Kleider hängen schon bei ihr im Friseursalon "Roter Kamm" in Doberlug-Kirchhain. "Das sind Kleider von Kundinnen und alles getragene Brautkleider! Nur drei werden wir aus dem Bauernmuseum in Lindena ausleihen", erklärt die Friseurmeisterin. Eines von den Museumsstücken ist allerdings kein Original mehr. "Vor zehn Jahren hat es meine Schwester, die Schneiderin ist, nachgenäht. Damals ist das historische Stück noch getragen worden, aber das Model durfte nicht niesen, sonst wäre es gerissen", erinnert sich Wieslawa Heydel-Waberska. Mit Spenden aus dem Publikum wurde die Kopie finanziert.

Die Entscheidung zur neuerlichen Modenschau "Im Wandel der Zeit" liegt etwas mehr als drei Monate zurück. Seitdem werden intensive Gespräche geführt, um die Exponate "einzusammeln". "Ich bin den Frauen sehr dankbar, dass sie uns die Kleider anvertrauen. Nicht jede kann sich dazu durchringen. Aber wir haben bis auf ein Kleid alle im Lager, die wir vor elf Jahren schon zeigen konnten", freut sich Heydel-Waberska.

Es wird genau Buch geführt. Das älteste Hochzeitskleid ist von 1840, schwarz und stammt aus dem Bauernmuseum. Ein zweites schwarzes Kleid ist aus dem Jahr 1924 und kommt aus Doberlug-Kirchhain. Ramona Pansow hat es wie fünf weitere zur Verfügung gestellt. Aus den 1980er-Jahren können sieben Kleider präsentiert werden, aus den 1970ern sind es drei. "Nur die 1930er-Jahre fehlen uns", bedauert Wieslawa Heydel-Waberska. Auch die Kriegs- und Nachkriegsjahre werden sich in der Modenschau nicht widerspiegeln. Vertreten sind dann wieder die 50er-, 60er- und 70er-Jahre.

Als dritte Generation

Kundinnen, Freundinnen und Mitarbeiterinnen werden in die gereinigten und frisch gebügelten Kleider schlüpfen. Fünfmal stecken die Töchter der Bräute in den Stoffen. Henriette Heinke, Yvonne Lieske, Beatrice Voigt, Marika Schumann und Katharina Fieritz wagen sich so auf den Laufsteg, wie ihre Mütter geheiratet haben. "Auch mit dem eigenen Kleid wird jemand laufen, und ein Model ist als dritte Generation dabei", freut sich die Organisatorin. Aber nicht jede passt in die Kleider. "Die älteren Modelle waren über die Schultern sehr schmal genäht", hat die Friseurmeisterin mit Hang zum Entertainment festgestellt.

Die Show wird mit einer perfekt abgestimmten Choreografie aufgepeppt. Das heißt, Musik und Frisur werden für das jeweilige Kleid und damit das jeweilige Jahrzehnt ausgewählt. Die Musiktitel sucht die Chefin selbst aus. Und wenn es zu den Kleidern eine Geschichte zu erzählen gibt, dann wird die natürlich Moderator Peter Marticke zum Besten gegeben.

6. Niederlausitzer Hochzeitsmesse, 15. März, ab 14 Uhr; 16. März, ab 11 Uhr, Refektorium am Schloss Doberlug