„Göllnitz hatte schon immer seinen eigenen Kopf“ , sagt Andreas Schadock, der vor zwei Jahren die Ortschronik übernommen hat. Dazu verweisen die Göllnitzer immer gern auf 600 Jahre gewachsene Geschichte. Doch der neue Ortschronist blickt lieber in die jüngste Vergangenheit zurück: „In der Wendezeit waren wir nur 360 Einwohner, hatten aber eine BHG, eine Mosterei, einen Konsum, einen Friseur. Sogar einen B 1000 für die Feuerwehr hat der damalige Bürgermeister hergeholt.“ Man habe viel mit wenig Geld erreicht, unter anderem durch viel Eigeninitiative, wie zum Beispiel bei der Kegelhalle.
Doch immer wieder wird auch angemahnt, dass die Göllnitzer sich überlegen müssten, wie es nach einem eventuellen Gemeindezusammenschluss weitergehen könnte. Vor zehn Tagen erst rief Michael Stübgen, CDU-Bundestagsabgeordneter und Gast des ersten politischen Frühschoppens in Göllnitz, die Göllnitzer dazu auf, in einer Sallgaster Gemeindevertretung für ihre Interessen einzustehen. Auch im Vorfeld könne man dafür eintreten, dass Göllnitz als Ortsteil von Sallgast Göllnitz bleibe.
Die an einer Eingemeindung beteiligten Orte könnten, so Erhard Haase, Dezernet für Recht, Ordnung und Sicherheit beim Landkreis Elbe-Elster, Vereinbarungen über die Eingemeindung abschließen. Das müsse jedoch von beiden Seiten ausgehen. Deshalb würde sich der Sallgaster Bürgermeister Rudi Saath freuen, wenn die Göllnitzer auf ihn zukämen. Wir als Gemeinde haben vor etwa einem Jahr beschlossen, Göllnitz aufzunehmen. Unsere Arme sind ausgebreitet, so Rudi Saath. Für ihn steht fest, dass begonnene Maßnahmen in Göllnitz zu Ende geführt werden sollen, dass die Haushalte abgeglichen werden. Doch bisher habe Göllnitz „in keiner Weise“ Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert. Der Sallgaster Bürgermeister selbst kommt aus Dollenchen, das vor gut fünf Jahren mit Sallgast zusammenging. Seine Erfahrung ist: „Es liegt an jedem Ortsteil selbst, ob er seine Identität bewahrt.“ Das Leben im Dorf werde zu einem Großteil durch die Vereine getragen, nur die wirtschaftlichen Probleme würden die Ortsteile gemeinsam gestemmt. „Auch die Dorffeste stimmen wir ab, aber jeder Ortsteil hat noch sein eigenes Dorffest.“
Auch die Göllnitzer waren nicht untätig und haben über die Zukunft nachgedacht, verrät Andreas Schadock, der auch stellvertretender Bürgermeister ist. „Aber mit weißen Tüchern wedeln wollen wir noch nicht.“