Am Montagmorgen gegen 7 Uhr saß sie traurig mit ihrem Team im Lehrerzimmer. Zu überlegen war, wie der plötzliche Tod des Sängers, Pianisten, Komponisten und Liedermachers Reinhard Lakomy den Kindern mitgeteilt werden kann. "Das hat uns alle sehr getroffen. Noch in der vergangenen Woche hatten wir mit den Schülern mehrere Briefe an Reinhard Lakomy geschickt. Damit es ihm ein bisschen besser geht. Und dann kam am Wochenende diese Nachricht …" Lakomy war am 23. März im Alter von 67 Jahren gestorben. Er hatte Lungenkrebs und wollte keine Chemotherapie.

Die Lehrer in Groß Gaglow haben am Montag mit den Kindern versucht, sich einfach an die schönen Momente, die sie mit Lakomy und seinen Geschichten und Liedern hatten, zu erinnern. Alle zwei Jahre führt die Grundschule eine der Liedergeschichten Lakomys auf. So wurden schon "Mimmelitt, das Stadtkaninchen", "Der Regenbogen", "Josefine, die Weihnachtsmaus" und "Das blaue Y" gezeigt. Zwei Jahre sind immer gerade genug Zeit, um alles einzustudieren und das Bühnenbild zu bauen. In jeder Klassenstufe gehören Songs von Lakomy zum Lehrstoff im Musikunterricht. Und immer wenn Lakomy mit seiner Musical-Gruppe im Cottbuser Staatstheater auftrat, erlebten Lehrer und Schüler das mit. "Im Anschluss haben wir ihn in der Autogrammstunde besucht", erzählt Simone Rothbart.

In dieser Woche nun haben die Groß Gaglower wieder einen Brief nach Berlin geschrieben - diesmal an Lakomys Ehefrau Monika Ehrhardt, die viele Lieder, Hörspiele und Musicals mit ihm gemeinsam produziert hat. "Wir hoffen, dass sie den Kontakt zu uns halten kann", sagt die Schulleiterin. Arbeiten will die Schule mit dem Werk Lakomys weiterhin. Um 1860 war die Groß Gaglower Schule als Volksschule eröffnet worden. In der DDR trug sie als Polytechnische Oberschule den Namen des Widerstandskämpfers Albert Zimmermann. Nach der Wende wurde sie Grund- und Gesamtschule. Und seit dem 14. Juni 2001 darf die Grundschule den Namen Reinhard Lakomy tragen.