19. Juli 2010, 00:00 Uhr

Die Zappanale mausert sich zur Institution

21. Festival zu Ehren Frank Zappas in Bad Doberan

Nachdem der Rechtsstreit mit der Zappa-Witwe Gail Zappa nach Jahren endlich vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf zugunsten des Trägervereins der „Zappanale“, der „Arf-Society e.V.“, ein Ende gefunden hat, kann sich dieser nun mit voller Kraft auf die Organisation und Durchführung der 21. Zappanale im mecklenburgischen Bad Doberan vom 10. bis 15. August, konzentrieren.

Auf dem erweiterten Gelände an der Galopprennbahn mit zwei Bühnen, in direkter Nähe zu den Ostseebädern Kühlungsborn und Heiligendamm, werden 38 Bands und Künstler ab Freitag, 13. August, das eigentliche Open-Air starten. Doch zuvor gibt es schon am Dienstag, 10. August, ein Eröffnungskonzert in der St. Katharinenkirche in Hamburg; einen Tag später, am Mittwoch, die ersten Vorträge mit Konzertveranstalterlegende Fritz Rau, Filmvorführungen im Kino von Bad Doberan, und die Band Paul Green School of Rock wird U2-Musik covern. Filme über die Zappanale - Historie gibt es am Donnerstag, dann noch eine Lesung von Frank Schäfer über »Woodstock«, gefolgt von weiterer Musik u.a. mit Kimono Draggin aus den USA oder Zapmosphereres aus Frankreich.

Nach einem Vortrag von Zappa-Experten Jim Cohen im Kino geht es dann Freitagnachmittag bis Sonntagnacht Schlag auf Schlag mit den Bands los: Von Frank Zappas ehemaliger Band werden als Musiker Napoleon Murphy Brock, Denny Walley, Ike Willis, Robert Martin und Ray White anwesend sein, die sich auf verschiedene Gruppen verteilen, aber auch teilweise zusammen spielen werden.

Krautrock und Fusion

Die Ausrichtung ist bei diesem Open-Air nicht allein auf Musik von Frank Zappa konzentriert: Die University of Errors zum Bespiel ist eines von Daevid Allens (spielt ansonsten bei Gong) Musikprojekten, die manchmal (kraut-)rockig, manchmal psychedelisch sein kann und sich auch nicht scheut, Fusion-Elemente mit einzubeziehen. Beardfish aus Schweden bringt Prog-Rock der 70er-Jahre mit Haupteinflüssen von Gentle Giant bis Zappa.

Natürlich fließen bei vielen Bands Zappaeske Elemente mit ein, auch wenn sie sich nicht direkt auf die Musik von Frank Zappa beziehen. Das Filthy Habits Ensemble ist wiederum eine achtköpfige Combo aus Spanien, die Saxophon-Sounds favorisiert. Sie spezialisierte sich auf die bläserlastigen Zappa-Stücke wie »Big Swifty«, »King Kong« und »Dupree's Paradise«.

Ein besonderer Headliner ist dieses Jahr am Sonntag Jean-Luc Ponty mit seiner Band: Der Violinvirtuose der Extraklasse war musikalischer Wegbegleiter von Frank Zappa in den 70er-Jahren und wurde von ihm auf Alben wie »Hot Rats«, »Overnight Sensation« oder »The Lost Episodes« verewigt.

Neben der Musik spielt auch das gesellige Zusammensein der Zappa-Fans eine große Rolle. Auf dem nahe gelegenen Campingplatz (ab Dienstag geöffnet) feiert man bei Bier und Würstchen oder fährt mit der Dampflokeisenbahn »Molli« ans Meer zum Baden. Man kann sagen, die »Zappanale« mausert sich über die Jahre zu einer musikalischen Institution, die es wert wäre, dass man dafür sogar einmal ein paar Urlaubstage einplante.

Das Open-Air ist kinderfreundlich, kostet für Erwachsene nach Alter gestaffelt für drei Tage im VVK bis zu 125 Euro, Jugendliche bis 17 Jahre haben freien Eintritt.

Info- und Tickethotline:

0 661 / 250 555 25

www.zappanale.de www.arf-society.de

Extras zum Artikel
Artikel Teilen:
Artikel-Aktualisierungen:

Erstellt am: 19. Juli 2010, 00:00 Uhr
Geändert am: 19. Juli 2010, 02:46 Uhr
Autor: Von André de Vos

Von André de Vos