10. Februar 2012, 16:04 Uhr

Eisensteins Meisterwerk «Oktober» restauriert

Berlin (dpa) Der legendäre russische Revolutionsfilm «Oktober» von Sergej Eisenstein («Panzerkreuzer Potemkin») ist durch eine aufwendige Rekonstruktion gerettet worden. Nach der Premiere der restaurierten Fassung am Freitag bei der Berlinale ist die Aufzeichnung am kommenden Mittwoch bei Arte (15.2./23.00) zu sehen.

Festival-Chef Dieter Kosslick nannte «Oktober» ein «Meisterwerk der Filmgeschichte». Der Streifen über die Revolutionsereignisse von 1917 war nach seiner Uraufführung 1928 in Moskau zensiert und aus den Kinos verbannt worden. Bei der Berlinale gehört er zur Retrospektive «Die rote Traumfabrik», in der 40 Stumm- und Tonfilme des legendären deutsch-russischen Filmstudios zu sehen sind - darunter «Das Mädchen mit der Hutschachtel» (1927) und «Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt?» (1932). Die Meschrabpom-Film und ihr deutscher Zweig Prometheus schrieben in den Jahren 1922 bis 1936 Kinogeschichte.

Bei «Oktober» gilt neben der ungewöhnlichen Filmsprache vor allem die Originalmusik Edmund Meisels als Wiederentdeckung. Sie wird vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Dirigent Frank Strobel eingespielt. Regisseur Eisenstein hatte in dem Film auch frühere Kampfgenossen Lenins geehrt, die inzwischen in Ungnade geraten waren. Deshalb fiel der Film der Zensur zum Opfer.

Die neue HD-Restaurierung für die Berlinale basiert auf einer Fassung des Filmmuseums München, die durch Material aus Amsterdam und dem Bundesfilmarchiv in Berlin ergänzt wurde.

Bei der Berlinale-Retrospektive sollen am Sonntag auch zwei kurze, bislang unveröffentlichte Kompositionen von Hanns Eisler von 1931 erstmals aufgeführt werden. Nach Angaben des Festivals hat Co-Kurator Günter Agde diese im Archiv in der Akademie der Künste entdeckt. Sie seien bisher von der Forschung übersehen worden, heißt es.

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Erstellt am: 10. Februar 2012, 16:04 Uhr
Geändert am: 10. Februar 2012, 16:06 Uhr
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